Aus dem aktuellen Heft - pvt 05/2026 September/Oktober
Editorial; Prof. Dr. Roman Poseck, Hessischer Minister des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz - S. 4
Audiovisuelle Vernehmung; Lukas Winkler, Projektleiter Public Safety, Mangold International GmbH - S. 6
Neues Technologiezentrum Drohnensicherheit startete in Cochstedt - S. 12
Verfassungsschutz Hessen wappnet sich gegen Spionage und hybride Bedrohungen - S. 14
Optimierte Absicherung gefährdeter Veranstaltungsorte; Alexander Fuchs, Ltd. PD a.D., ehem. Leiter der Direktion SE beim PP BW + Dr. Markus Hellenthal, Direktor der BPol a.D., Rechtsanwalt - S. 18
Automatisierte Verkehrsüberwachung; PD Mario Sormes, Referent für Verkehrsüberwachungs- und Unfallaufnahmetechnologie + Prof. Dr. Wilfried Honekamp, Leiter des Polizeitechnischen Instituts, PTI/DHPol - S. 24
Drohnenabwehr quo vadis?; Michael Waldbrenner, Redakteur pvt - S. 28
Stark sein müssen?; Oliver Stutzky, Vorsitzender der Plattform PSNV e.V, Fachbereichsleiter im Landesfeuerwehrverband Bayern - S. 38
Der Digitale Zwilling; Dr. Markus Hellenthal, Dir BPol a.D., Rechtsanwalt, Beirat des BDK - S. 41
Ausbau der maritimem Einsatzstärke Niedersachsens; Andreas Zink, Niedersächsisches Landespolizeipräsidium, Referat 26 -Technik, Finanzen - S. 44
Sicherheit entsteht vor Ort und im digitalen Raum
Zugleich verändern neue Befugnisse, digitale Werkzeuge und Künstliche Intelligenz die Polizeiarbeit grundlegend. Wie Hessen beides zusammenführt und warum der Dialog mit der Basis dafür unverzichtbar ist.
Hessen ist ein sicheres Land. Das Straftatenaufkommen ist rückläufig, die Aufklärungsquote steigt vielerorts und im Ländervergleich stehen wir seit Jahren gut da. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter politischer Entscheidungen. Mit über 16.000 Polizisten sind so viele Polizisten im Dienst wie noch nie und wir stellen weiter ein. Auch die Ausstattung ist so modern wie nie zuvor. Smartphones, Tablets und eigens entwickelte dienstliche Apps gehören heute ebenso zum Alltag wie Bodycams und der Taser, der unsere Einsatzkräfte in gefährlichen Lagen wirksam schützt. Wer Sicherheit verspricht, muss seine Polizei entsprechend ausstatten. Genau das tun wir in Hessen.
Auf diesen Stärken ruhen wir uns nicht aus, denn die Anforderungen an unsere Polizei wachsen spürbar. Kriminalität wird globaler, digitaler und schneller, die Täter nutzen technische Möglichkeiten oft früher als der Staat. Hinzu kommen eine angespannte Bedrohungslage durch islamistischen Terrorismus und Extremismus, hybride Angriffe auf unsere Infrastruktur und eine gestiegene Gewaltbereitschaft gegenüber Polizisten. Gute Ausstattung allein genügt unter diesen Bedingungen nicht. Sie entfaltet ihre Wirkung erst dort, wo die Polizei sie auch einsetzen darf. Deshalb haben wir in Hessen auch am rechtlichen Fundament gearbeitet.
Ein modernes Polizeirecht als Fundament
Mit der Novelle des Hessischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung hat Hessen sein Polizeirecht Ende 2024 grundlegend erneuert und damit bundesweit eine Vorreiterrolle eingenommen, der inzwischen weitere Länder folgen. Die Zwischenbilanz nach gut anderthalb Jahren fällt positiv aus.
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Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck
Wenn die Aufzeichnung selbstverständlich wird
Die audiovisuelle Dokumentation von Vernehmungen ist in vielen Polizeibehörden angekommen. Damit verschiebt sich der Blick: weg von der Technik, hin zu den Prozessen, die aus Aufzeichnungen verwertbare Informationen machen. Genau darin liegt die nächste Chance.
Polizeibehörden in Deutschland haben in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte bei der Einführung audiovisueller Vernehmungen erzielt. Viele Dienststellen verfügen heute über professionelle Lösungen und leisten täglich hochwertige Ermittlungsarbeit unter anspruchsvollen Bedingungen. Gerade deshalb lohnt sich jetzt der Blick auf die nächste Entwicklungsstufe. Denn wenn die technische Grundlage geschaffen ist, rückt eine andere Frage in den Mittelpunkt: Wie lässt sich der größte Nutzen aus diesen Systemen ziehen?
Der rechtliche Rahmen hat diese Entwicklung beschleunigt. §136 Abs. 4 StPO schreibt die audiovisuelle Aufzeichnung von Beschuldigtenvernehmungen in bestimmten Fällen vor, §58a StPO regelt die Aufzeichnung von Zeugenvernehmungen. Viele Behörden haben diese Vorgaben längst umgesetzt und dabei erhebliche Aufbauarbeit geleistet: Vernehmungsräume wurden ausgestattet, Abläufe definiert, Kolleginnen und Kollegen geschult. Die Aufzeichnung selbst ist vielerorts Routine geworden. Diese Aufbauarbeit verdient Anerkennung, denn sie erfolgte parallel zum laufenden Betrieb, unter Personalknappheit und wachsendem Dokumentationsaufwand. …
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Symbolbild KI-generiert, Mangold International
Sichere Drohnennutzung und Schutz vor unkooperativen Drohnen
- Das Bundesministerium des Innern (BMI), das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben am 18. August 2026 das neue Technologiezentrum Drohnensicherheit am DLR-Standort Cochstedt eröffnet.
- An den DLR-Standorten Braunschweig und Cochstedt werden Technologien für die sichere Nutzung sowie zur Detektion und Abwehr von Drohnen erforscht und unter realistischen Bedingungen erprobt.
- Das Zentrum bringt Forschung, Sicherheitsbehörden und Industrie zusammen und soll neue Technologien schneller in die Anwendung überführen.
- Schwerpunkte: Luftfahrt, Sicherheit, Drohnen
Unbemannte Luftfahrtsysteme eröffnen vielfältige Möglichkeiten in Wirtschaft, Wissenschaft und bei Behörden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an ihren sicheren Betrieb und an den Schutz von Flughäfen, kritischen Infrastrukturen und öffentlichen Einrichtungen vor missbräuchlich eingesetzten Drohnen.
Das Technologiezentrum ist insbesondere an den DLR-Standorten Cochstedt und Braunschweig angesiedelt. Es bündelt Kompetenzen und Forschungsinfrastrukturen des DLR und verbindet diese eng mit den praktischen Anforderungen von Sicherheitsbehörden und Industrie. Nach dem feierlichen Eröffnungsakt demonstrierte das DLR gemeinsam mit spezialisierten Polizeikräften den Gästen aus Politik, Wirtschaft und Forschung aktuelle Technologien und Erkenntnisse zur Drohnensicherheit.
„Drohnen eröffnen nicht nur enorme Chancen, sie stellen auch eine Herausforderung dar. An diesem Punkt soll das Technologiezentrum Drohnensicherheit an den DLR-Standorten Cochstedt und Braunschweig aktiv werden, als konsequente Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern, den Bundes- und Landespolizeibehörden sowie dem Bundeskriminalamt. Wir benötigen das technische Know-how der Forschung, die Innovationskraft und Umsetzungskompetenz der Industrie und vor allem die Perspektive derjenigen, die im konkreten Einsatz für unsere Sicherheit sorgen“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: „Mit dem Technologiezentrum Drohnensicherheit beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt erforschen, entwickeln und erproben wir modernste Drohnenabwehrtechnik unter realen Bedingungen. Hier erforschen und testen wir neue Technologien in Cochstedt direkt an einer Flughafeninfrastruktur – genau dort, wo eine empfindliche Bedrohungslage herrscht. Wir bündeln die Expertise von Wissenschaft, Start-Ups und unserer Sicherheitsbehörden, um unser Land noch stärker gegenüber hybriden Bedrohungslagen zu schützen.“ …
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(Foto: Uwe Wehrstedt)
Roman Poseck: „Hessen reagiert auf die aktuelle Bedrohungslage mit der Neuausrichtung des Verfassungsschutzes Hessen und ist damit bundesweit Vorreiter. Eine eigene Spionage-Einheit stellt das LfV zukunftsfähig auf.“
Wiesbaden, 06.08.2026. Cyberattacken, Sabotageakte gegen kritische Infrastruktur, Spionageaktionen, Drohnenangriffe und Desinformationskampagnen - insbesondere im Vorfeld von Wahlen - stellen eine immer größer werdende Bedrohung dar. Das Landesamt für Verfassungsschutz Hessen (LfV) passt seine Organisationsstruktur deshalb den aktuellen Herausforderungen an. Eine eigene Abteilung für Spionageabwehr, eine Abteilung Operative Aufklärung sowie eine Kompetenzstelle Wirtschafts-, Wissenschafts- und Behördenschutz sorgen für mehr Schutz. Die Details stellten Innenminister Roman Poseck und LfV-Präsident Bernd Neumann heute bei einer Pressekonferenz in Wiesbaden vor.
Innenminister Roman Poseck erklärte dazu: „Auch Hessen wird immer häufiger gezielt von ausländischen Nachrichtendiensten und nicht-staatlichen Gruppen angegriffen. Insbesondere seit dem russischen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine haben wir es zunehmend mit solchen Angriffen zu tun. Russlands Politik wird immer aggressiver. Sie verfolgt das Ziel, uns und unsere Demokratie zu destabilisieren. Dabei kennt Putin offensichtlich keine Grenzen mehr. Besorgniserregend ist zudem, dass diese Politik auch durch politische Kräfte im Inland Unterstützung erfährt, auch in unseren Parlamenten.
Hybride Aggressoren verüben reale Attacken auf unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft, unsere Sicherheit und auf unsere freiheitliche demokratische Grundordnung. Hessen stellt für ausländische Nachrichtendienste aufgrund seiner besonderen Stellung bei Wirtschaft, Verkehr und Logistik, mit dem Internetknotenpunkt in Frankfurt, dem Flughafen sowie mit bedeutenden militärischen Liegenschaften ein potenzielles Angriffsziel dar.
Das hybride Anschlagsszenario mit einer Drohne am Leipziger Flughafen zeigt, wie real die Gefahr ist. …
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(Foto: Uwe Wehrstedt)
Einleitung
In den vergangenen fünf Jahren haben Angriffe auf öffentliche Veranstaltungen und Menschenansammlungen in Europa und Nordamerika wiederholt gezeigt, dass das räumliche und zeitliche Vor- bzw. Umfeld – Anreisewege, Zuwegungen, Warteschlangen vor Kontrollen und die Auflösungsphase nach Veranstaltungen – ein besonders verwundbarer Raum ist. Beispiele mit hoher medialer und polizeilicher Relevanz sind unter anderem der Fahrzeugangriff in New Orleans (Januar 2025), mehrere Vorfälle in europäischen Innenstädten sowie der Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Day (25. Juli 2026). Diese Ereignisse haben gemeinsam, dass die Tatmittel (Fahrzeuge, Messer) nicht die Kontrolllinie überwunden haben, sondern gerade außerhalb der kontrollierten Fläche besonders wirksam geworden sind, wo regelmäßig auch die höchste Personendichte besteht. Die EU‑Lagebeurteilung 2026 betont zudem die Fragmentierung des Bedrohungsbildes und die zunehmende Rolle online getriebener Radikalisierung.
Ziel dieses Artikels ist es, Polizeipraktikern und Entscheidern eine praxisnahe, fachlich fundierte Übersicht zu geben: Was wird heute typischerweise getan, welche weiteren (technischen und organisatorischen) Optionen bestehen, und wie lassen sich Maßnahmen so kombinieren, dass sie Schutzwirkung erzeugen, ohne Veranstaltungen faktisch zu verhindern oder unverhältnismäßig in Grundrechte von Besuchern oder Passanten einzugreifen. Der Text stützt sich auf polizeifachliche Berichte, nationale Lagebilder und wissenschaftliche Untersuchungen.
Teil 1 - Ausgangslage
- Problemstellung und Abgrenzung
Veranstaltungssicherheit wird in der Praxis überwiegend aus der Perspektive einer Kontrolllinie gedacht und konzipiert. Sicherheitskonzepte, Ordnungsdienstplanung, Taschenkontrolle, Videoüberwachung und Besucherlenkung beziehen sich auf die zu kontrollierende Fläche. Das Vor- bzw. Umfeld – also der Bereich vor, außerhalb und zeitlich nach der Kontrolle – wird demgegenüber nachrangig behandelt, obwohl dort regelmäßig vergleichbare oder sogar zum Teil höhere Personendichten auftreten und kein Screening stattfindet. …
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(Foto: Uwe Wehrstedt)
Die dringende Notwendigkeit einer bundesgesetzlichen Ermächtigungsgrundlage
Erkenntnisse und Kernforderungen des Fachforums auf der GPEC® 2026
Die automatisierte Verkehrsüberwachung mittels künstlicher Intelligenz kann einen wichtigen Hebel zur Steigerung der Verkehrssicherheit in Deutschland darstellen. Trotz international nachgewiesener Erfolge bei der Reduzierung von Hauptunfallursachen wie Ablenkung am Steuer erschwert ein fragmentierter föderaler Rechtsrahmen derzeit eine flächendeckende Implementierung. Dieser Artikel analysiert den Status Quo der operativen Defizite, beleuchtet die technologische Reife der Systeme im internationalen Vergleich und formuliert die dringende Notwendigkeit einer bundeseinheitlichen Ermächtigungsgrundlage im Straßenverkehrsgesetz, um den Innovationsstau zu beenden und die Vision Zero wirksam zu unterstützen.
1. Einleitung: Das Fachforum im Kontext der Vision Zero
Das Fachsymposium „Automatisierte Verkehrsüberwachung – Zeit für eine bundesgesetzliche Regelung“, das am 20. Mai 2026 im Rahmen der GPEC® in Leipzig durch das Polizeitechnische Institut der Deutschen Hochschule der Polizei organisiert wurde, bot den Rahmen für einen grundlegenden fachlichen Diskurs über das Erfordernis der künftigen Ausrichtung der deutschen Verkehrssicherheitsarbeit. Trotz erheblicher fahrzeug- und infrastrukturseitiger Sicherheitsfortschritte stehen die Verkehrsüberwachungsbehörden angesichts stagnierender Unfallzahlen vor neuen Herausforderungen: Das ambitionierte Ziel der „Vision Zero“ – die vollständige Vermeidung von Verkehrstoten und Schwerverletzten – bleibt schwer erreichbar, solange die Hauptunfallursachen, u.a. der Ablenkung am Steuer und Geschwindigkeitsverstöße nicht effektiv bekämpft werden können. In ihrer Keynote skizzierte Kirsten Lühmann (Präsidentin der Deutschen Verkehrswacht) präzise das gegenwärtige Spannungsfeld: Während KI-basierte Systeme international bereits zur Verkehrsüberwachung eingesetzt werden und dort positive Verkehrssicherheitseffekte berichtet werden, erschweren die heterogenen rechtlichen und administrativen Rahmenbedingungen in Deutschland bislang eine flächendeckende Einführung. Vor diesem Hintergrund sollte sich die weitere fachliche Debatte verstärkt mit der Frage befassen, unter welchen rechtlichen und technischen Voraussetzungen ein bundesweit einheitlicher Einsatz möglich ist. ...
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(Bildquelle: erstellt durch Autor Sormes mit KI)
Drohnen bedrohen zivile, behördliche und militärische Einrichtungen und deren Personal. Was kann man dagegen tun, wo liegen die Grenzen und wie sieht die Zukunft aus? Eine Standortbestimmung.
Der Fund einer FPV-Drohne (First-Person-View) mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig Anfang August rüttelte erneut die Behörden und die Bevölkerung auf und führte das Potential eines Angriffs vor Augen.
Eine zweite Drohne soll in derselben Nacht mit einem Frachtflugzeug kollidiert sein, wurde aber noch nicht gefunden.
Unmittelbar danach kam es bei einem Bundeswehrstandort in Mechernich zu Drohnen-Sichtungen. Dabei wurde eine größere Drohne eingesetzt, ähnlich des Typs Great Shark 380 VTOL. VTOL steht für Vertical Take Off and Landing, also die Fähigkeit senkrecht zu starten, obwohl es sonst eher einem Flugzeug gleicht, denn einer normalen Drohne. Dieses Modell kann bis zu 10 kg Nutzlast transportieren und bis zu 400 km weit fliegen. Vermutlich wird es sich um eine Ausspähung des Standorts gehandelt haben, da dort unter anderem Teile des Patriot-Systems gewartet werden.
Die Zahl der Drohnen Sichtungen an deutschen Flughäfen ist im ersten Halbjahr abermals gestiegen. Es wurden an den 15 internationalen Verkehrsflughäfen in den ersten sechs Monaten 166 Flugobjekte laut Deutscher Flugsicherung gemeldet. Das sind deutlich mehr Sichtungen als im ersten Halbjahr 2025, als noch 101 Fälle gemeldet wurden.
Von handelsüblichen Kameradrohnen, wie z.B. des Herstellers DJI, über FPV-Drohnen (First-Person-View), bis zum VTOL Wingflugzeug haben wir in den letzten Tagen bereits wieder eine recht große Bandbreite an Drohnen bei uns gesehen. ...
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(Foto: Uwe Wehrstedt)
Über Stärke, Selbstbild und die Kunst, Hilfe anzunehmen
Wer andere schützt, muss auch unter Druck handlungsfähig bleiben. Doch aus notwendiger Belastbarkeit kann ein stiller Anspruch werden: Ich muss das allein schaffen. Dieser Essay fragt, wann Stärke zur Hürde wird – und warum professionelle Selbstfürsorge kein Gegenentwurf zur Einsatzfähigkeit ist.
Stärke ist unverzichtbar
Polizeiliche wie auch nichtpolizeiliche Einsatzlagen verlangen Selbstkontrolle, Entscheidungsfähigkeit und Belastbarkeit. Einsatzkräfte müssen unter Zeitdruck handeln, Verantwortung
übernehmen und auch in gefährlichen oder psychisch belastenden Situationen funktionsfähig bleiben.
Diese Anforderungen sind real. Sie sind weder überholt noch Ausdruck einer grundsätzlich problematischen Organisationskultur. Ohne Verlässlichkeit, Selbstständigkeit und die Fähigkeit,
eigene Emotionen zeitweise zurückzustellen, wäre professioneller Einsatzdienst kaum möglich.
Die Frage lautet deshalb nicht, ob Einsatzkräfte stark sein müssen. Natürlich müssen sie das. Die entscheidende Frage ist:
Was verstehen wir unter professioneller Stärke
Problematisch wird Stärke dort, wo sie nicht mehr nur das Handeln im Einsatz beschreibt, sondern zum Anspruch auf Unverwundbarkeit wird. Dann kann aus „Ich muss im Einsatz funktionieren“ unbemerkt „Ich darf danach nichts spüren“ werden. Aus „Ich muss selbstständig entscheiden“ kann „Ich muss auch meine Belastungen allein bewältigen“ entstehen.
Aus einer notwendigen beruflichen Fähigkeit wird damit möglicherweise eine Hürde.
Wenn aus einer Fähigkeit eine Erwartung wird
Vorstellungen von Belastbarkeit, Kontrolle und Selbstständigkeit geben Orientierung. Sie stiften berufliche Identität, fördern Zusammenhalt und helfen, auch in kritischen Situationen handlungsfähig zu bleiben …
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(Bilder: Autor)
Fachforum Psychosoziale Unterstützung und Notfallversorgung für Einsatzkräfte und ein Messestand zur GPEC® 2026
Eine neue Einsatzsystematik vom polizeilichen Einsatzort bis zur Einsatzleitung
Eine der wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiche Polizeieinsätze ist eine vollständige und umfassende Einsatzplanung, die alle relevanten Rahmenbedingungen und Gegebenheiten sowie taktische Bindungen, Gefährdungseinschätzungen und situationsbedingten Risiken aufnimmt, auf etwaige Auswirkungen auf den Einsatzerfolg evaluiert und bewertet und daraus einen systematischen Plan zur Realisierung des jeweiligen Einsatzzieles unter Berücksichtigung eigener und benachbarter Kräfte definiert. Die Polizeidienstvorschrift 100 (PDV 100) „Führung und Einsatz der Polizei“ ist die Taktik- und Organisationsvorschrift der deutschen Polizei und definiert die Leitstelle als zentrales polizeiliches Führungs- und Kommunikationsmittel mit den Kernfunktionen Notrufannahme, kontinuierliche Erfassung und Bewertung der aktuellen Einsatzlage, sowie Koordinierung und Lenkung der polizeilichen Einsatzkräfte im sog. Ersten Angriff. Ggf. übernimmt ein Polizeiführer vor Ort, bei größeren Einsätzen aus einer Befehlsstelle oder direkt aus dem Lagezentrum. Soweit erforderlich, arbeitet die polizeiliche Leitstelle eng mit Leitstellen anderer Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) zusammen, die nach ähnlichen Vorschriften (z.B. der Feuerwehr-Dienstvorschrift 100 / FwDV 100) handeln, oder ist von vornherein z.B. mit Feuerwehr und / oder Rettungsdiensten integriert, wie dies in einigen Bundesländern der Fall ist.
Das A und O ist eine vollständige und stets aktuelle Lagewahrnehmung und -bewertung („situational awareness“, Situationsbewusstsein, oder ein „relevant operational picture“ im militärischen Umfeld). Dazu reicht heute eine Verfolgung von Polizeifunk, Radio und Fernsehen nicht mehr aus. Längst sind Social Media (X, Facebook, etc.) und Videos aus öffentlichen und privaten Kameras zu berücksichtigen, ebenso HUMINT- und OSINT- und sonstige Sensorik-Erkenntnisse (z.B. aus Audio-Quellen oder IT-Netzwerken, etc.). Dazu kommen einsatzrelevante geographische, topographische und architekturelle Gegebenheiten. All dies muss kontinuierlich aufgenommen, analysiert und bewertet sowie daraus resultierende Schlussfolgerungen oder Erkenntnisse an Führungsverantwortliche weitergegeben werden. Das ist ohne Nutzung von KI-Technologie nicht mehr zuverlässig und in vernünftiger (Echt-)Zeit zu bewältigen. …
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(Foto: Autor)
Indienststellung des neuen Einsatzbootes der Technischen Einsatzeinheit Niedersachsen
„Niedersachsen. Das ist groß.“ Unter diesem neuen Leitmotiv bekennt sich das Land Niedersachsen zu seiner besonderen Verantwortung für die Sicherheit und Resilienz auf einer Fläche, die von den weitläufigen Flusslandschaften des Binnenlandes bis hin zur einzigartigen Küstenlinie an der Nordsee reicht. Die Polizei Niedersachsen steht dabei vor der anspruchsvollen Aufgabe, ein äußerst heterogenes und ausgedehntes Netz an Wasserflächen zu überwachen und zu schützen. Die Anforderungen an die eingesetzten Einsatzmittel sind so vielfältig wie die Gewässer selbst: Während im Binnenland insbesondere Flexibilität, Wendigkeit und schnelle Reaktionsfähigkeit gefragt sind, erfordern die mitunter herausfordernden Bedingungen an der Nordseeküste, die Dynamik des touristisch attraktiven und ökologisch besonders schützenswerten Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und die Sicherung der vorgelagerten Inseln robuste, hoch spezialisierte und bedarfsgerechte Lösungen. Insbesondere der Schutz der maritimen kritischen Infrastruktur, wie auch die jederzeitige Erreichbarkeit vorgelagerter Standorte stellt die Polizei Niedersachsen vor besondere Herausforderungen, die nur mit modernster Technik und gut ausgebildetem Personal zu bewältigen sind.
Die Technische Einsatzeinheit Niedersachsen: Außergewöhnliche Kompetenz für maritime und technische Sonderlagen
Die Technische Einsatzeinheit der Polizei Niedersachsen (TEE NI) hat sich als hochspezialisierter Bestandteil der polizeilichen Aufgabenwahrnehmung etabliert, die landesweit für die Bewältigung nicht nur technischer Sonderlagen einen wesentlichen Beitrag für den polizeilich erfolgreichen Einsatzverlauf leistet.
Mit dem Bootsdienst, den Tauchergruppen, Technischen Maßnahmen für Höhen und Tiefen, dem Spezialisierten Einsatzzug, den technischen Gruppen und Logistikkomponenten sind nur einige Tätigkeitsbereiche eines in seiner Vielseitigkeit vermutlich einzigartigen Bereichs der geschlossenen Einheiten genannt.
Die besondere Stärke der TEE NI liegt folgerichtig in ihrer Fähigkeit, flexibel und zeitgerecht auf sich verändernde Lageentwicklungen zu reagieren und dabei stets höchste Professionalität und technische Präzision zu gewährleisten. Die Mitarbeitenden der TEE NI verfügen in der Regel über langjährige Erfahrung und ein ausgeprägtes Verständnis für die spezifischen Anforderungen, die sich aus der Topografie und den infrastrukturellen Gegebenheiten des Landes Niedersachsen ergeben.
Die einsatzführenden Dienststellen erhalten demnach einen nahezu vollumfänglichen technischen Service aus einer Hand. Dennoch wird die Zusammenarbeit mit benachbarten Kräften in einem nennenswerten Maß gelebt. Die Zusammenarbeit mit der Wasserschutzpolizei Niedersachsen ist üblich und durch eine Verzahnung unterschiedlicher Kompetenzen regelmäßiger Garant des maritimen polizeilichen Einsatzerfolgs, der neben einer regelmäßigen, gemeinsamen Aus- und Fortbildung durch eine für jeden Bereich maßgeschneiderte Technik, die neben Aufgaben der Allgemeinen Aufbauorganisation, grundsätzlich auch für Einsatzlagen der Besonderen Aufgabenorganisation geeignet sein soll. …
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(Foto: Andreas Zink)
Aus dem aktuellen Heft - pvt 04/2026 Juli/August
Editorial; Peter Beuth, Staatsminister a.D. Hessisches Ministerium des Innern und für Sport - S. 4
Abschlussbericht GPEC® 2026 - S. 5
Innenministerkonferenz (IMK) 225. Sitzung der „Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder“; Dr. Uwe Wehrstedt, Chefredakteur + Verleger pvt - S. 14
Führungshaltung in der Polizei als Kompass in unsicheren Zeiten; Veronika Lemke, Keynote Speakerin - S. 20
Wenn Leistung täuscht: Kompensation erkennen, Belastung steuern und Einsatzfähigkeit langfristig sichern; Sina-Marie Peuß, Hundephysiotherapeutin - S. 22
Lebenswichtige Entscheidungen: Eigensicherung im Einsatz; Rudi Heimann, Vizepräsident des Hessischen Landeskriminalamtes - S. 24
Sichere Einsatzfahrten durch intelligente Verkehrssteuerung - Das Projekt SAFEPol; Prof. Dr. Wilfried Honekamp + Anja Kuhlemann, PTI/DHPol - S. 27
Digitale Polizeiarbeit – Mehr als nur Cybercrime im engeren Sinne?; Prof. Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger, M.A., Leiter des Instituts für Cyberkriminologie, Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg - S. 34
2. Innovationsforum KoPa_45 erfolgreich abgeschlossen - S. 38
Meilenstein für moderne Kriminaltechnik: Tatortkraftwagen und Direktions-KT-Anhänger in Niedersachsen; Andreas Zink, Niedersächsisches Landespolizeipräsidium, Referat 26 -Technik, Finanzen - S. 42
Freiheit braucht Resilienz
„Was wir lieben und achten, müssen wir auch verteidigen.“ Dieser Satz von Bundespräsident Joachim Gauck erinnert uns daran, dass Freiheit kein Geschenk ist, sondern ein Zustand, der täglich verteidigt werden muss. Und er macht deutlich: Diese Verteidigung ist keine exklusive Aufgabe der Bundeswehr. Sie ist eine gesamtgesellschaftliche Verpflichtung.
Deutschland investiert derzeit Milliarden in die Modernisierung seiner Streitkräfte. Neue Fähigkeiten, neues Gerät, mehr Personal – all das dient nicht dem Zweck, Krieg zu führen, sondern Krieg zu verhindern. Abschreckung funktioniert aber nur, wenn sie glaubwürdig ist und aus einer Position der Stärke heraus erfolgt. Militärische Glaubwürdigkeit allein reicht jedoch nicht aus. Eine Gesellschaft, die nicht verteidigungsbereit ist, wird auch durch modernste Technik nicht resilient.
Resilienz beginnt im Kopf – das „Mindset“ muss stimmen. Sie entsteht, wenn eine Gesellschaft akzeptiert, dass Bedrohungen real sind, dass sich geopolitische Gefahrenlagen nicht wegdiskutieren lassen und dass Vorbereitung kein Alarmismus, sondern schlicht vernünftig ist. Genau hier ist in Deutschland „Luft nach oben“. Während über Sondervermögen, Wehrpflicht, europäische Verteidigungsinitiativen und Bevölkerungsschutz diskutiert wird, bleibt ein entscheidender Bereich oft außen vor: Der Verteidigungswille in der Gesellschaft.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat mit seinem „Pakt für den Bevölkerungsschutz“ in den letzten Wochen einen wichtigen Impuls gesetzt. Die zusätzlichen Mittel – seit Jahren überfällig – werden dringend bei den Institutionen und Organisationen gebraucht.
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Staatsminister a.D. und Geschäftsführer Peter Beuth; Foto: Peter Beuth
Mitteleuropas größte Fachmesse für Innere Sicherheit und zivile Verteidigungsfähigkeit
Die GPEC® hat auch im Jahr 2026 ihr bewährtes, nur für Behörden zugängliches Konzept erfolgreich
fortgesetzt: Sie ist die Informations-, Innovations- und Netzwerkplattform für alle
Sach- und Ausrüstungsgebiete der Inneren Sicherheit, für Strafverfolgung, Bevölkerungs- und
Heimatschutz, sowohl national als auch international. Die GPEC® ist der Treffpunkt für Entwicklungen
und Lösungen sowie für Bedarfe und Beschaffungen aller relevanten Behörden.
Sie schafft Raum für Aus- und Fortbildung, Informationsaustausch, Zivil-Militärische Zusammenarbeit
sowie für interministerielles, nationales und internationales Zusammenwirken.
Hier PDF-Download des vollständigen Berichts.
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Die IMK 2026, die vom 17. bis 19. Juni in Hamburg getagt hat, verfolgte den gemeinsamen Bund-Länder-Fahrplan zum Aufbau der zivilen Verteidigungsfähigkeit bis 2029 inklusive institutionelle Einbindung der Bundeswehr.
Insgesamt berieten die Innenminister und -senatoren der 16 Länder und der Gast Bundesinnenminister Alexander Dobrindt über rund 80 Tagesordnungspunkte.
Im Mittelpunkt stand dabei insbesondere die Stärkung der zivilen Verteidigungsfähigkeit und die wirksame Abwehr hybrider Bedrohungen in Bund und Ländern durch die weitere Verzahnung von Polizei, Geheimdiensten, Justiz, Wirtschaft und Bundeswehr.
Die IMK hält eine engere Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der inneren und der äußeren Sicherheit für notwendig. Es sollen zukünftig auch Vertreterinnen und Vertreter des Bundesministeriums der Verteidigung auf Leitungsebene an den Beratungen der IMK teilnehmen, um die Erfordernisse einer wirksamen Gesamtverteidigung zu beraten. In diesem Zusammenhang betonte die IMK auch die große Bedeutung der Landeskommandos der Bundeswehr in den Bundesländern. Sie sollen für eine enge Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Strukturen als bewährte Partner erhalten bleiben und gestärkt werden (u.a. zur erfolgreichen Umsetzung des OPLAN Deutschland).
Erstmals nahm auch der Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius am Plenum der IMK teil. Er unterstrich die Notwendigkeit, die Fähigkeiten Deutschlands zur Abschreckung und Verteidigung in den kommenden Jahren zu stärken. Deutschland sei stärker denn je gefordert, der veränderten Bedrohungslage für Europa gemeinsam mit seinen Verbündeten zu begegnen.
Die IMK-Beteiligten wollen zudem einen ressortübergreifenden Fahrplan zur Stärkung der zivilen Verteidigungsfähigkeit als zweite Säule der Gesamtverteidigung unter Federführung des Bundes entwickeln, um die Ziele und Fähigkeit zu definieren, die für eine wirksame Gesamtverteidigung bis 2029 notwendig sind. …
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(Fotos: Uwe Wehrstedt)
Begrüßung der IMK-Teilnehmenden zum Plenum durch den aktuellen IMK-Vorsitzenden Andy Grote, Innensenator der Freien und Hansestadt Hamburg
Alexander Dobrindt, Bundesminister des Innern: „Von dieser IMK geht das klare Signal aus: Bevölkerungsschutz ist unsere gemeinsame Aufgabe. Zivile und militärische Fähigkeiten, Kompetenzen von Bund und Ländern verzahnen wir künftig noch enger. Mit dem Pakt für Bevölkerungsschutz investieren wir als Bund zehn Milliarden Euro in Ausbildung, Ausstattung und Ausrüstung. Wir investieren in leistungsfähige Warn- und Kommunikationssysteme, in Notstromaggregate zur Sicherstellung der Energieversorgung im Krisenfall und in hochmoderne Ausrüstung für die vielen ehren- und hauptamtlichen Kräfte. Mit dem neu geschaffenen Kommando Zivile Verteidigung im BMI sichern wir das Funktionieren aller Strukturen im Ernstfall. Unser Ziel ist: Deutschland muss in Krisen- und Konfliktlagen schnell, koordiniert und handlungsfähig sein.
Boris Pistorius, Bundesminister der Verteidigung: „Jede Armee ist nur so stark wie der Staat und die Gesellschaft, die hinter ihr stehen. Die Länder sind dabei nicht nur Partner der Gesamtverteidigung. Sie sind ihr Rückgrat auf der zivilen Seite. Zu einer glaubwürdigen Abschreckung gehört, dass sich die zivile und militärische Seite gut absprechen und beide optimal vorbereitet sind. Warn- und Kommunikationssysteme müssen funktionieren, Notfallpläne dürfen nicht nur erstellt, sondern müssen auch beübt werden.“
Seit dem Ende der 2010er Jahre lässt sich in der deutschen Polizeilandschaft ein deutlicher Perspektivwechsel beobachten. Die bislang dominante Ausrichtung auf Strukturen, Vorschriften und Effizienzkennzahlen tritt zunehmend hinter eine stärkere Fokussierung auf Haltung, Werte und Menschlichkeit zurück. Vor dem Hintergrund tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungsprozesse, die sich in Schlagworten wie VUCA-Welt, New Work oder Individualisierung bündeln, rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie polizeiliche Organisationen intern so geführt werden können, dass sie ihrem demokratischen Auftrag gerecht werden, als Arbeitgeber attraktiv bleiben und sowohl die Menschen in Uniform als auch die Bürgerinnen und Bürger in den Blick nehmen.
Die Dissertation „Erfolgreiche, wirksame und moderne Führung in der Polizei – Eine Frage der Haltung“ von Veronika Lemke knüpft an diese Entwicklung an. Im Zentrum steht die Frage, wie eine zeitgemäße Führungshaltung in der Polizei konkret ausgestaltet, praktisch umgesetzt und hinsichtlich ihrer Wirkung auf Mitarbeitende und Organisation empirisch erfasst werden kann. Der Beitrag fasst zentrale Ergebnisse der Arbeit zusammen, ordnet sie in aktuelle Führungsdiskurse ein und zeigt auf, warum sich Investitionen in Führungshaltung – verstanden als innere Ausrichtung von Führungspersonen – für die Polizei der Zukunft lohnen.
Gesellschaftliche Megatrends und polizeilicher Handlungsdruck
Die Polizei wird nicht als abgeschottetes System betrachtet, sondern als Teil einer Arbeitswelt, die durch Megatrends wie Sicherheit, Wissenskultur, Individualisierung, Neo-Ökologie, Gesundheit, Globalisierung, New Work und Konnektivität geprägt ist. Diese Entwicklungen verändern Arbeitsbeziehungen, Erwartungen an Führung und das Selbstverständnis von Organisationen. New Work und Konnektivität beeinflussen etwa Anspruchshaltungen an Flexibilität, Partizipation und Sinnorientierung auch im öffentlichen Dienst. Individualisierung und Wissenskultur prägen, wie Beschäftigte auf Autorität blicken und welche Formen von Feedback, Entwicklung und Teilhabe sie einfordern. …
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Teil 2
Kompensation: Wenn der Körper Lösungen findet
Kompensatorische Bewegungsstrategien sind ein grundlegender Bestandteil der Belastungsverarbeitung im Bewegungsapparat. Sie stellen keine Fehlfunktion dar, sondern eine notwendige Fähigkeit des Körpers, Bewegung auch unter veränderten Voraussetzungen aufrechtzuerhalten. Der Organismus verfolgt dabei nicht das Ziel, Bewegung biomechanisch optimal zu gestalten, sondern sie unter den gegebenen Bedingungen überhaupt möglich zu machen. In der Praxis bedeutet das, dass Belastung innerhalb der Bewegungskette umverteilt wird. Gelenke werden in veränderten Bewegungsumfängen genutzt, Muskelgruppen übernehmen zusätzliche Aufgaben, und die Kraftübertragung verlagert sich auf andere Strukturen. Diese Anpassungen entstehen häufig zunächst unbewusst und situativ. Wird die zugrunde liegende Problematik jedoch nicht erkannt, stabilisieren sich diese Muster unter wiederholter Belastung und werden zu einem festen Bestandteil der Bewegungsorganisation. Genau darin liegt die Schwierigkeit. Die Bewegung bleibt ausführbar, wirkt häufig sogar stabil, während sich die Belastungsverteilung im Hintergrund bereits verschoben hat. Langfristig führt diese Entwicklung dazu, dass einzelne Strukturen wiederholt überproportional beansprucht werden, während andere funktionell an Bedeutung verlieren. Die ursprüngliche Anpassung, die kurzfristig zur Stabilisierung beigetragen hat, wird damit selbst zum Ausgangspunkt weiterer funktioneller Veränderungen.
Training anpassen: Bewegung verstehen statt nur korrigieren …Teil 1 (s. pvt 03/2026)
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(Fotos: Autorin)
Warum Polizeiarbeit Gefahren früh erkennen, Kommunikation klug nutzen und Human Factors endlich ernst nehmen muss
Einsätze eskalieren selten aus dem Nichts. Häufig kündigt sich Gefahr an – in einem Blick, einer unklaren Rollenverteilung oder im falschen Ton. Wer solche frühen Signale übersieht, reagiert oft erst dann, wenn die Lage bereits kippt. Professionelle Polizeiarbeit bedeutet, Gefahrenwahrnehmung, Kommunikation und Human Factors zusammenzudenken. Daran entscheidet sich, ob eine Lage beherrscht bleibt oder eskaliert.
Polizeiliche Einsätze scheitern nur selten daran, dass die rechtlichen Grundlagen völlig unbekannt wären. Sie scheitern auch nicht in erster Linie daran, dass keine Technik vorhanden ist oder dass einzelne Beamtinnen und Beamte grundsätzlich unmotiviert handeln. Kritische Verläufe entstehen weit häufiger in einem Zwischenraum: zwischen Wahrnehmung und Interpretation, zwischen Absicht und Wirkung, zwischen Kommunikation und Gegenreaktion, zwischen Zeitdruck und Fehlsteuerung. Dort beginnt der Bereich, den andere Hochrisikobranchen seit Langem unter dem Begriff Human Factors fassen. Dieser Zugang ist für die Polizei längst überfällig. Er verbindet die frühe Wahrnehmung von Gefahr, die operative Kraft von Kommunikation und die Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit zu einem Gesamtbild professioneller Einsatzbewältigung.
Gefahr beginnt selten spektakulär
Scheinbar harmlose Lagen können binnen Sekunden kippen: die harmlose Hausbefragung, die plötzlich in einen Angriff umschlägt; der Kradfahrer, der sich nicht als Teil des Konflikts begreift und dennoch angegangen wird; Kräfte im Hintergrund, die auf Schutzwesten verzichten, weil sie sich nur unterstützend wähnen. Die täglichen internen Meldungen zu verletzten Kolleginnen und Kollegen sprechen eine eindeutige Sprache. Wer glaubt, durch seine Funktion, Erfahrung oder Uniform vor Konflikten und Angriffen geschützt zu sein, irrt. Die Botschaft ist klar: Gefahr wird nicht erst dann real, wenn sie offen sichtbar wird. Sie beginnt häufig dort, wo sie mental bereits ausgeschlossen wurde. Das ist mehr als ein Appell zu Wachsamkeit. In vielen Dienstgruppen existieren unausgesprochene Vorstellungen darüber, welche Einsätze als wirklich gefährlich gelten. Solche stillen Kategorisierungen prägen Verhalten und Risikobewertung oft stärker als formale Belehrungen. Wer Eigensicherung ernst nimmt, darf sie deshalb nicht an spektakuläre Lagen koppeln. Sie muss Teil des professionellen Grundmodus werden – nicht alarmistisch, sondern nüchtern, dauerhaft und lagebewusst. Die mentale Einstellung zur Eigensicherung hat dabei einen starken Einfluss auf deren gelebte Qualität. Erfahrung kann helfen, Risiken realistischer einzuschätzen. Sie kann jedoch ebenso in festgefahrene Muster führen, die neue Bedrohungen unterschätzen. Risikowahrnehmung entsteht nicht isoliert. Unter Zeitdruck stützen sich Polizeikräfte auf Vertrautes; Erfahrungen, Kollegenschaft und automatisierte Entscheidungshilfen (Heuristiken) prägen ihr Verhalten stärker als die Aussagen der Führungsebene. Führung muss deshalb deutlich darüber informieren, was zur Risikoreduktion getan wird; Regeln und Leitlinien der Eigensicherung müssen gemeinsam mit Einsatzkräften überprüft werden; Trainings sind an realen Gewaltrisiken auszurichten. ...
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(Grafiken: Autor)
WKSuFimEinsatzverlauf
Diese Logik ist kein starres Stufenmodell, sondern eine dynamische Zielverschiebung.
Schnelle und zugleich sichere Einsatzfahrten sind eine zentrale Voraussetzung wirksamer Gefahrenabwehr. Besonders an Lichtsignalanlagen entstehen dabei erhebliche Unfallrisiken. Das Forschungsprojekt SAFEPol entwickelt deshalb eine integrierte technologische Lösung zur vorausschauenden Freigabe von Einsatzrouten. Durch die Verknüpfung von polizeilichem Einsatzleitsystem, KI-gestützter Verkehrsanalyse und adaptiver Lichtsignalsteuerung sollen Einsatzfahrten sicherer und effizienter gestaltet werden.
Die Fähigkeit, Einsatzorte unter hohem Zeitdruck zu erreichen, ist eng mit dem Schutz von Leben, Gesundheit und öffentlichen Gütern verbunden. Einsatzfahrten unter Inanspruchnahme von Sonder- und Wegerechten sind daher rechtlich privilegiert, gehen jedoch mit erheblichen Risiken für die Verkehrssicherheit einher. Bei solchen Fahrten kommt es insbesondere an signalgesteuerten Knotenpunkten überdurchschnittlich häufig zu Unfällen. Dort treffen hohe Differenzgeschwindigkeiten auf eingeschränkte Sichtbeziehungen und komplexe Interaktionen mit anderen Verkehrsteilnehmenden. Diese Problemlage verschärft sich durch zunehmende Verkehrsbelastungen in urbanen Räumen sowie eine steigende Anzahl polizeilicher Einsatzfahrten. Klassische Warnmechanismen wie akustische und optische Sondersignale erweisen sich dabei vielfach als nicht ausreichend, um kritische Situationen zuverlässig zu vermeiden. Menschliche Fehlreaktionen, Unsicherheiten oder verzögerte Wahrnehmung anderer Verkehrsteilnehmender verbleiben als relevantes Restrisiko. Verkehrssicherheit bei Einsatzfahrten erfordert daher systemische, verkehrstechnische und digitale Lösungen.
Vor diesem Hintergrund verfolgt das Forschungsprojekt SAFEPol das Ziel, eine integrierte technologische Lösung zur sicheren und automatisierten Freigabe von Einsatzrouten für die Polizei zu entwickeln. Durch die Verknüpfung einer zentralen Datenplattform mit dynamischem Routing, KI-gestützter Verkehrszustandserfassung und adaptiver Lichtsignalsteuerung sollen Einsatzfahrten vorausschauend unterstützt und sicherheitskritische Situationen frühzeitig entschärft werden. Der Fokus liegt dabei auf der koordinierten Vorbereitung ganzer Einsatzkorridore und nicht auf der isolierten Bevorrechtigung einzelner Knotenpunkte. Das Projekt SAFEPol wird in einem interdisziplinären Konsortium aus Polizei, Wissenschaft und Industrie umgesetzt. . ...
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(Grafik: DHPol)
Konzeptionelle Gesamtarchitektur des SAFEPol-Systems mit den wesentlichen Komponenten und Datenflüssen
1. Eine Digitale Gesellschaft braucht Digitale Polizeiarbeit
Die Gesellschaft in Deutschland hat sich im Vergleich zu vor zehn oder 15 Jahren zweifellos verändert. Sie ist vor allem eine digitale Gesellschaft. Kaum ein Aspekt unseres alltäglichen Lebens wird nicht von digitalen Mechanismen bestimmt oder zumindest beeinflusst. In Deutschland nutzen laut dem Statistischen Bundesamt mittlerweile 97 Prozent der 16- bis 74-jährigen Bevölkerung das Internet, lediglich drei Prozent haben noch nie das Internet genutzt. Gleichzeitig nutzen 59 Prozent dieser Altersgruppe aktiv soziale Medien.
Während sich die Gesellschaft noch sichtbar und teils kontrovers mit dieser Entwicklung auseinandersetzt – was sich unter anderem in der aktuellen Diskussion über ein Social-Media-Verbot für Minderjährige widerspiegelt –, befinden wir uns offenkundig bereits in der nächsten technologischen Entwicklungsstufe. Durch die aktuell für alle spürbare KI-Revolution wird sich dieser Trend noch weiter verschärfen. So nutzten im Jahr 2024 noch 62 Prozent der 12- bis 19-jährigen Jugendlichen Künstliche Intelligenz bzw. deren Anwendungen, im Jahr 2025 waren es bereits 91 Prozent. Insgesamt gaben 65 Prozent der deutschen Bevölkerung für das Jahr 2024 an, bereits KI ausprobiert bzw. genutzt zu haben. Offenkundig setzt Künstliche Intelligenz zwar nicht vollständig an, soziale Medien zu ersetzen, aber doch die digitale Nutzung durch KI-Inhalte grundlegend zu transformieren. Die nächste Entwicklung, die darüber hinausgeht, zeichnet sich dabei bereits im asiatischen und US-amerikanischen Raum ab. Durch Roboter – auch humanoide – und autonome Kraftfahrzeuge wird KI auf kurz oder lang direkt mit unserem analogen Alltag verwoben sein. Diese Tendenz wird auch als physische KI bezeichnet.
Diese Entwicklungen werden auch unmittelbare und mittelbare Auswirkungen auf die Begehung von Kriminalität sowie auf Polizei und andere Sicherheitsbehörden als Institutionen und ihre Arbeitsfelder haben. Dies betrifft nicht nur die voranschreitende Automatisierung, Professionalisierung und die teils massenhafte Begehung digitaler Kriminalität, sondern auch Fragen der Präventionsarbeit, der Struktur und Organisation, des alltäglichen Dienstes und der im digitalen Raum eher selten thematisierten polizeilichen Gefahrenabwehr. …
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(Grafiken: BMI und 3xBKA)
Vom 8. bis 10. Juni 2026 fand in Berlin das 2. Innovationsforum des Förderprogramms KoPa_45 statt. Im Mittelpunkt standen die Ergebnisse der 26 durch das Bundesministerium des Innern zusammen mit der BDBOS geförderten Forschungsprojekte.
KoPa_45: Förderprogramm für Innovationen für den breitbandigen Digitalfunk BOS
Im Rahmen von KoPa_45 haben das Bundesministerium des Innern und die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) gemeinsam mit Forschung, Industrie und Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) wichtige Pionierarbeit für die Weiterentwicklung des Digitalfunks BOS geleistet. Die geförderten Projekte machten deutlich, wie neue Technologien künftig dazu beitragen können, Einsatzkräfte auch in komplexen Lagen sicher, resilient und leistungsfähig zu vernetzen. Dazu zählen unter anderem Ansätze aus der Satellitenkommunikation, Anwendungsentwicklung, Übertragungstechnik, Ad-hoc-Vernetzung und Netzhärtung.
Ein Schwerpunkt des Förderprogramms lag darin, ein Innovationsökosystem in Deutschland zu etablieren, welches die besonderen Anforderungen der BOS-Kommunikation konsequent mitdenkt. Vor dem Hintergrund aktueller Krisenszenarien, hybrider Bedrohungen und steigender Anforderungen an hochverfügbare Kommunikationsinfrastrukturen ist dies ein wichtiger Beitrag zur digitalen Souveränität. Das 2. Innovationsforum hat eindrücklich gezeigt, dass dieses Ökosystem erfolgreich ist.
Das vielfältige Veranstaltungsprogramm bot Raum für fachlichen Austausch, Projektpräsentationen, Workshops sowie eine Ausstellung mit Postern und Demonstratoren. Auch internationale Perspektiven wurden einbezogen: Vertreterinnen und Vertreter der für einsatzkritische Kommunikation zuständigen Stellen in Schweden, Norwegen, Frankreich und Belgien berichteten über den jeweiligen Stand der Einführung breitbandiger BOS-Kommunikation in ihren Ländern.
Ein Höhepunkt zum Abschluss der Veranstaltung war die Live-Präsentation technischer Demonstratoren auf dem Flugplatz Schönhagen südlich von Berlin. Dort konnten die Teilnehmenden ausgewählte Projektergebnisse unter praxisnahen Bedingungen erleben, inklusive Drohnenflug, Roboterführung via 5G und kurzfristig aufgebauter Netzinfrastruktur. …
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(Fotos: Uwe Wehrstedt)
Eröffnung und Begrüßung durch Thomas Scholle, Abteilungsleiter S – Strategie/Steuerung der BDBOS
Begrüßung und Einführung durch Alexander Klein, Projektleiter KoPa_45 in der BDBOS
Mit der Indienststellung des ersten neu konzipierten, wegweisenden Tatortkraftwagens und der Einführung der auf Basis eines Anhängers landesweit verfügbarer Ergänzungskomponente für besonders große oder komplexe Tatorte, den sogenannten Direktions-KT-Anhängern, setzt die Polizei Niedersachsen einen zukunftsweisenden Akzent in der wichtigen kriminaltechnischen Tatortarbeit. Diese Innovationen sind das Ergebnis intensiver, interdisziplinärer Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure und markieren einen bedeutenden Fortschritt für die forensische Einsatzfähigkeit im weitläufigen Flächenland Niedersachsen.
Tatortarbeit zwischen Nordsee und Harz, von der Lüneburger Heide bis ins Emsland
Die Polizei Niedersachsen verfügt über eine in ihrer Struktur und Leistungsfähigkeit bundesweit herausragende Organisation der kriminaltechnischen Tatortarbeit: Den sechs Polizeidirektionen sind insgesamt 31 Polizeiinspektionen nachgeordnet, die grundsätzlich jeweils ein leistungsstarkes Fachkommissariat Forensik vorhalten. Als übergeordnete Organisationseinheiten stehen die sogenannten Direktions-KT als „Aufrufeinheiten der Tatortarbeit“ bereit.
Ergänzend verfügt das Landeskriminalamt Niedersachsen mit dem Kriminaltechnischen Institut über eine wegweisende Organisationseinheit für einen in seiner Wichtigkeit insbesondere bei der Aufklärung schwerster Straftaten fundiert auszustattenden Aufgabenbereich.
Durch das gute und bewährte Zusammenspiel ebendieser Akteure wird gewährleistet, dass die Polizei Niedersachsen jederzeit in der Lage ist, auch über die Grenzen einzelner Polizeidirektionen hinaus flexibel und lageangepasst auf unvorhersehbare Einsatzlagen zu reagieren. Gerade dann, wenn ein hoher Bedarf an besonders gründlich geschulten, äußerst versierten und hoch motivierten Mitarbeitenden dieser besonderen Verwendung besteht.
Von der Idee zur Umsetzung
Der Grundstein für den ausgereiften und sehr durchdachten neuen Tatortkraftwagen wurde Ende des Jahres 2021 mit der Gründung der Landesarbeitsgruppe „Tatortkraftwagen neu“ gelegt. Vertreterinnen und Vertreter der sichernden Kriminaltechnik, der Zentralstelle Kriminaltechnik des Landeskriminalamts Niedersachsen sowie des Fuhrparkmanagements der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen arbeiteten eng zusammen, um die Anforderungen an ein zukunftsfähiges Einsatzfahrzeug zu definieren. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem die Praxistauglichkeit bei komplexen Tatortlagen, eine möglichst standardisierte und mobile Ausstattung, ergonomische Arbeitsbedingungen, durchdachte Strom- und Beleuchtungskonzepte sowie flexible Transport- und Stauraumlösungen.
Die Herausforderung bestand folglich darin, die unterschiedlichen Schwerpunkte und Anforderungen auf einem bedarfsgerechten Fundament strukturiert zu befassen und letztendlich mit dem bestehenden regulativ eines Landeshaushalts übereinzubringen. Ein Prozess, bei dem Gründlichkeit vor Schnelligkeit die Devise für ein hinreichend universelles Fahrzeugkonzept sein sollte - und das von den Mitarbeitenden, die diese Tätigkeit überwiegend im Nebenamt ausführten, erhebliche Aufwände erforderte. Der nun realisierte Tatortkraftwagen stellt sich daher insgesamt als solides Ergebnis sorgfältig abgewogener Kompromisse und innovativer Detaillösungen dar. …
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(alle Fotos: Andreas Zink)
Aus dem aktuellen Heft - pvt 03/2026 Mai/Juni
Editorial; Staatsminister Armin Schuster, Sächsisches Staatsministerium des Innern - S. 3
75 Jahre Bundeskriminalamt; Dr. Uwe Wehrstedt, Chefredakteur + Verleger pvt - S. 6
Forschung am PTI - Polizeiliche Praxis als Motor der Sicherheitsforschung; Prof. Dr. Wilfried Honekamp + Marius Klingelhöfer, PTI/DHPol - S. 9
75 Jahre Bundespolizei Jubiläumsauftakt mit Sonderhalt eines ICE und Präsentation einer Jubiläums-Straßenbahn; Bundespolizei - S. 14
Wenn Leistung täuscht: Belastungsprobleme im Diensthundetraining; Sina-Marie Peuß, Hundephysiotherapeutin - S. 16
Vorschau GPEC® 2026; EMW GmbH - S. 21
Aktueller Stand der Verkehrssicherheitslage in Deutschland – Politischer Anspruch versus praktische Wirklichkeit; Polizeidirektor Stefan Pfeiffer, Leiter Verkehrspolizeiinspektion Feucht, Bayern - S. 42
360° Live statt Tunnelblick; Patrick Rappsilber, NMC Productions GmbH - S. 46
Audioforensik für Sicherheitsbehörden: Analyse und Verifikation von Audioinhalten im Kontext von Shallowfakes und Deepfakes; Fraunhofer IDMT - S. 48
Wie sicher sind TASER-Geräte?; Axon Public Safety Germany SE - S. 57
Vernetzte Sicherheit in bewegten Zeiten:
Moderne Ausrüstung für eine wehrhafte Polizei
Als Sächsischer Staatsminister des Innern freue ich mich sehr, dass die GPEC® auch in diesem Jahr wieder in Leipzig stattfindet – im Herzen Mitteldeutschlands, in einer Stadt, die wie kaum eine andere für das Zusammenspiel von Tradition und Innovation steht. Leipzig ist längst ein etablierter Standort dieser Fachmesse. Dass sich hier Europas führende Vertreter der Ausrüstung und Technik der Sicherheitsbehörden versammeln, ist ein starkes Signal.
Denn die sicherheitspolitische Lage in Europa hat sich grundlegend verändert. Sabotage, Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen und Desinformation sind keine abstrakten Bedrohungen mehr, sondern Teil unseres Alltags. Sie betreffen Kommunen, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen. Die europäische Friedensordnung ist erschüttert. Staatliche und nichtstaatliche Akteure agieren vernetzt, elastisch und oft im Verborgenen. Innere und äußere Sicherheit lassen sich dabei immer weniger trennen – ebenso wenig wie analoge und digitale Räume. Für die Polizei bedeutet das: Sie muss Bewährtes unter neuen Bedingungen beherrschen und zugleich auf völlig neue Szenarien vorbereitet sein.
In dieser Lage entscheidet moderne, verlässliche Ausrüstung über Einsatzfähigkeit, Eigenschutz und letztlich über das Vertrauen in den Staat. Leistungsfähige Einsatzmittel, sichere Kommunikation, robuste Führungs- und Informationssysteme sowie präzise Lagebilder sind keine Ergänzung mehr – sie sind die Grundlage professioneller Polizeiarbeit. Gleiches gilt für die digitale Forensik. In einer Welt von Deepfakes und gewaltigen Datenmengen reicht die Existenz eines Bildes oder eines Videos als Beweismittel allein nicht mehr aus. Entscheidend ist, ob Herkunft und Integrität zweifelsfrei belegt werden können. Genau hier liegt eine zentrale Herausforderung: Wir brauchen leistungsfähige Analysewerkzeuge, klare rechtliche Rahmenbedingungen und qualifizierte Fachexpertise, um verantwortungsvoll mit Daten umzugehen.
Die GPEC® bietet für all das den passenden Rahmen.
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Das Polizeiverwaltungsamt der Polizei Sachsen ist auch Aussteller der GPEC® 2026, Stand Nr. B86
Staatsminister Armin Schuster; Foto: SMI-Philipp Thomas
Mit dem Festakt am 12. März 2026 im Kurhaus Wiesbaden startete das BKA in sein Jubiläumsjahr unter dem Motto "Sicherheit, Verantwortung, Innovation. 75 Jahre BKA: Gemeinsam das Richtige machen".
Seit seiner Gründung im Jahr 1951 hat sich die Behörde zu einer zentralen Säule der deutschen Sicherheitsarchitektur entwickelt. Über sieben Jahrzehnte hinweg hat das BKA seine Aufgaben stetig an neue Herausforderungen in einem sich wandelnden Deutschland angepasst - von der Bekämpfung des politischen Extremismus und Organisierter Kriminalität bis hin zur Abwehr internationaler Terror- und Cyberbedrohungen.
Beim Festakt betonte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: „Das BKA ist der Stabilitätsgeber des Staatsvertrauens. Und deswegen ist es so wichtig, dass wir diesen Stabilitätsgeber unterstützen in seiner Arbeit, dass wir die Versuche der hybriden Attacken zurückschlagen, dass wir diejenigen, die das Herz der Demokratie treffen wollen mit diesen hybriden Angriffen, dass wir denen etwas entgegensetzen und das Vertrauen in unsere Gesellschaft weiter stärken.“
Das Bundeskriminalamt wurde 1951 als Zentralstelle der deutschen Polizei gegründet, um die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern zu koordinieren. Von Anfang an hatte das BKA außerdem die Aufgabe, Repräsentanten des Staates zu schützen - zunächst mit wenigen Beamten in der "Sicherungsgruppe Bonn", die sich im Laufe der Jahre zu einer eigenen Abteilung entwickelte. In den 1970er-Jahren übernahm das BKA eine zentrale Rolle im Kampf gegen den Terrorismus der Rote-Armee-Fraktion (RAF). Das BKA bekam Ermittlungsaufgaben und entwickelte neue Fahndungsmethoden.…
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(Fotos: Uwe Wehrstedt)
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: „Wer die Kriminalität des 21. Jahrhunderts bekämpfen will, braucht die Befugnisse des 21. Jahrhunderts. Unser Ziel ist klar: ein Rechtsstaat, der digital handlungsfähig ist und Terroristen sowie schwere Straftäter schneller erkennt und konsequent stoppt“.
Bundeskanzler Friedrich Merz gratu-lierte der Behörde zu ihrer „Erfolgs-geschichte“. Das BKA habe „ganz maßgeblich“ dazu beigetragen, dass Deutschland zu den sichersten Ländern der Welt gehöre.
BKA-Präsident Holger Münch betonte den erfolgreichen Sicherheitsverbund des BKA.
Forschungsprogramme bringen Wissenschaft und Sicherheitsbehörden zusammen. Anwender formulieren praxisnahe Anforderungen und erproben neue Lösungen unter realistischen Bedingungen. So lassen sich technologische Entwicklungen frühzeitig an den Bedürfnissen der Praxis ausrichten.
Die Sicherheitsbehörden stehen vor der Herausforderung, ihre Aufgaben in einem Umfeld wahrzunehmen, das sich technologisch und gesellschaftlich zunehmend dynamisch entwickelt. Digitale Plattformen, unbemannte Systeme, datenbasierte Analysen oder neue Formen der Mensch-Maschine-Interaktion eröffnen einerseits neue Möglichkeiten für die Gefahrenabwehr und Strafverfolgung. Andererseits entstehen daraus neue Anforderungen an Technik, Organisation und Qualifikation. Viele dieser Entwicklungen entstehen außerhalb der Polizeiorganisationen, etwa in der Wissenschaft oder in der Industrie. Damit innovative Lösungen tatsächlich in der polizeilichen Praxis nutzbar werden, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, Technologieanbietern und Anwenderorganisationen erforderlich. Forschungsprogramme zur zivilen Sicherheit schaffen hierfür einen geeigneten Rahmen. In Verbundprojekten arbeiten Behörden, Hochschulen und Unternehmen gemeinsam an neuen Technologien, Verfahren und Konzepten für die Sicherheitsarbeit. Die Rolle der Anwender ist dabei zentral. Polizeibehörden und andere Sicherheitsakteure bringen ihre praktischen Erfahrungen in die Projektarbeit ein, formulieren Anforderungen aus dem Einsatzalltag und begleiten die Entwicklung neuer Lösungen. Gleichzeitig können sie Prototypen und Verfahren unter realistischen Bedingungen erproben und bewerten. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Forschungsergebnisse nicht nur technisch innovativ sind, sondern auch den tatsächlichen Bedürfnissen der Praxis entsprechen. Für die Polizei eröffnet die Beteiligung an solchen Projekten mehrere Chancen. Sie ermöglicht einen frühen Einblick in technologische Entwicklungen, schafft Zugang zu wissenschaftlicher Expertise und erlaubt es, zukünftige Einsatzmittel und Verfahren aktiv mitzugestalten. Gerade in einem Umfeld, in dem technologische Innovationen immer schneller entstehen, kann diese Zusammenarbeit dazu beitragen, die Handlungsfähigkeit der Sicherheitsbehörden langfristig zu sichern. ...
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Fachsymposium des PTI/DHPol: Automatisierte Verkehrsüberwachung – Zeit für eine bundesgesetzliche Regelung im Rahmen der GPEC® 2026 am 20.05.2026
(Bilder: DHPol)
Am 16. März 2026 beging die Bundespolizei ihr 75-jähriges Bestehen. Mit einer öffentlichkeitswirksamen Auftaktveranstaltung am Hauptbahnhof Potsdam wurde das bundesweite Jubiläumsjahr offiziell eröffnet. Gemeinsam mit der Deutschen Bahn AG und dem Verkehrsbetrieb in Potsdam wurde am Hauptbahnhof Potsdam ein besonders gestalteter ICE offiziell vorgestellt, der seitdem bundesweit im Schienennetz unterwegs ist.
Der Standort Potsdam wurde bewusst gewählt: Hier befindet sich der Sitz des Bundespolizeipräsidiums. Zugleich steht der öffentliche Personen Nah- und Fernverkehr exemplarisch für die tägliche Verantwortung aller Beteiligten, Mobilität sicher und verlässlich zu gestalten.
Dr. Dieter Romann, Präsident der Bundespolizei, erklärte: „Seit 1951 steht die Bundespolizei für Sicherheit national und international – heute mehr denn je. Die wichtige und herausfordernde Aufgabe der Bahnpolizei erfüllen wir seit der Wiedervereinigung 1990 in den neuen und seit 1992 in den alten Bundesländern – und das mit unserem Ordnungspartner Deutsche Bahn gemeinsam. So ist zum Beispiel gerade in der heutigen Zeit die Bekämpfung von Gewalt, der Schutz von Mobilität und kritischer Infrastruktur Ausdruck unserer gemeinsamen Verantwortung für die Sicherheit auf der Bahn – eine Kombination von unternehmerischer und staatlicher Handlungsfähigkeit.“ …
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Die Bundespolizei ist sogar der größte Aussteller der GPEC® 2026, Stand Nr. B40 + FG001
(Fotos: Uwe Wehrstedt)
Parlamentarischer Staatssekretär beim BMI Christoph de Vries und Bundespolizeipräsident Dr. Dieter Romann
Physiotherapeutische Perspektiven auf Belastungssteuerung und funktionelle Veränderungen
Teil 1
Einleitung
Im praktischen Umgang mit Diensthunden wird Leistungsfähigkeit häufig als primärer Indikator für körperliche Gesundheit herangezogen. Ein Hund, der zuverlässig arbeitet, schnell reagiert und auch unter hoher Belastung funktional bleibt, wird selten als potenziell gefährdet wahrgenommen. Diese Einschätzung ist nachvollziehbar, greift jedoch zu kurz. Diensthunde verfügen über eine ausgeprägte Fähigkeit zur funktionellen Anpassung. Sie sind in der Lage, Bewegung auch unter veränderten Voraussetzungen aufrechtzuerhalten, indem sie Belastung innerhalb des Systems umverteilen. Die Folge ist eine stabile äußere Leistungsfähigkeit, während sich die interne Organisation von Bewegung bereits verändert hat. Diese Anpassungsprozesse verlaufen schleichend und bleiben lange unauffällig. Wird ein Hund physiotherapeutisch vorgestellt, haben sich veränderte Bewegungsmuster häufig bereits etabliert. Die daraus resultierenden Folgen zeigen sich nicht zwingend in klaren klinischen Befunden, sondern zunächst in einer reduzierten Belastbarkeit, einer veränderten Bewegungsqualität und verlängerten Regenerationszeiten. Ein wesentlicher Teil dieser Entwicklung entsteht nicht im Einsatz, sondern im Trainingsalltag. Genau dort wird Belastung gesetzt, wiederholt und verarbeitet – und genau dort entscheidet sich, wie der Körper langfristig damit umgeht. …Teil 2 (nächste pvt 04/2026) …
Fachtagung „K9: Ausbildung und Einsatz von Spür- und Schutzhunden“ am 21.05.26 im Programm der GPEC® 2026
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(Fotos: Autorin)
GPEC® 2026
Alles für die Innere Sicherheit, Strafverfolgung und Heimatschutz
Internationale Behörden-Fachmesse, -Fachtagungen & -Trainings
Schirmherr: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt
Die diesjährige Veranstaltung findet vom 20. bis 22. Mai wieder bei der Leipziger Messe im Congress Center CCL (Eingang und Tagungen) und in der angrenzenden Halle 2 statt. Sie ist weiterhin als geschlossene Behörden-Veranstaltung konzipiert, weshalb auch dienstliche Arbeitskreis-Treffen hier stattfinden.
Die GPEC® richtet sich exklusiv an Behörden und Organisationen aus den Bereichen Innere Sicherheit, Strafverfolgung sowie Bevölkerungs- und Heimatschutz. Ergänzend zur Fachmesse erwartet Sie ein vielseitiges Programm aus hochkarätigen Fachtagungen, Konferenzen und praxisnahen Trainings, die aktuelle Themen und Herausforderungen Ihres Arbeitsbereiches aufgreifen.
Für ganztägige Tagungs-Angebote wird die Agenda so gestaltet, dass vorher, nach-her und in den Pausen Zeit zum Messebesuch bleibt, denn dieser ist für die Gesamtdauer der GPEC® inklusive.
Aktuell sind schon 382 Aussteller aus 29 Staaten für die GPEC® 2026 angemeldet, darunter auch von deutschen Behörden das BMFTR, BKG, THW, die Bundespolizei und das Hessische Polizeipräsidium für Technik, das Polizeiverwaltungsamt Sachsen, die Polizei Sachsen-Anhalt, das LKA Mecklenburg-Vorpommern und Gewerkschaften sowie Verbände und weitere Landespolizeien kommen wieder hinzu und sogar zwei Behörden der südkoreanischen Polizei kommen als Aussteller zwecks Netzwerkentwicklung mit Deutschland und Europa. Tolle Überraschung: Als größter Aussteller ist die Bundespolizei Deutschland mit 360 m² für mehrere Fahrzeuge und weitere Ausrüstung wie z. B. Drohnen angemeldet.
Alle aktuelle Information: GPEC®-Website https://www.gpec.de ...
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Quelle: EMW GmbH
Die Verkehrssicherheitslage in Deutschland befindet sich seit Jahren in einer Phase der Stagnation – leider mit Tendenzen zur Verschlechterung.
Stagnation statt Fortschritt
Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes kamen im Jahr 2025 2.814 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Damit ist diesbezüglich nicht nur kein Fortschritt erkennbar, sondern ein erneuter Anstieg gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.
Gleichzeitig wurden rund 366.000 Menschen verletzt, darunter etwa 48.400 Schwerverletzte. 2025 ereigneten sich etwa 2,5 Millionen Verkehrsunfälle, davon rund 293.000 mit Personenschaden.
Diese Zahlen stehen in einem eklatanten Widerspruch zu den politischen Zielsetzungen. Mit dem Verkehrssicherheitsprogramm 2021–2030 hatte sich die damalige Bundesregierung vorgenommen, die Zahl der Verkehrstoten um 40 % zu reduzieren.
Bereits jetzt muss festgestellt werden: Dieses Ziel ist faktisch nicht mehr erreichbar.
Noch gravierender ist, dass sich diese Entwicklung bereits im Vorgängerprogramm 2011–2020 abgezeichnet hat. Trotz deutlich reduzierten Verkehrs während der Corona-Pandemie wurde die damalige, gleiche Zielsetzung, auch verfehlt.
Auch die im Verkehrssicherheitsprogramm 2021–2030 angekündigte Weiterentwicklung der Erhebung von Verletzungen im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen wurde bisher nicht aufgegriffen. ...
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Forum der Fachkommission Verkehr der DPolG “Einsatzfahrten unter Inanspruchnahme von Sonder- und Wegerechten” im Rahmen der GPEC® 2026 am 21.05.2026
(Quelle: KPB Höxter)
(Quelle: DVR)
Ein technologischer Fortschritt: Eine neue 360-Grad-Technologie ermöglicht die maßstabsgetreue, originalproportionale Übertragung und Speicherung des Geschehens eines Einsatzes in Echtzeit. Die vollständige, vierdimensionale Erfassung in alle Richtungen schafft eine belastbare Grundlage für Analyse, Zusammenarbeit und Sicherheit – ortsunabhängig, daten- und kosteneffizient.
Polizei, Sicherheitsbehörden und Leitstellen arbeiten seit über 100 Jahren nach einem einfachen Prinzip: Ein Bild zeigt einen Ausschnitt der Realität. Jemand entscheidet, was relevant ist, und alle anderen sehen genau diesen gewählten Blickwinkel. Dieses Prinzip hat sich etabliert, es hat funktioniert, und es hat unsere Wahrnehmung von Lagebildern geprägt. Doch genau hier beginnt das Problem. Einsätze sind keine Ausschnitte. Sie sind komplex, dynamisch, oft unübersichtlich und entstehen unter hohem Druck. Vor Ort sehen Einsatzkräfte immer nur einen Teil des Geschehens. Wahrnehmung ist begrenzt, beeinflusst durch Stress, Bewegung und Situation. Gleichzeitig kommt in Leitstellen und Führungsstrukturen ebenfalls nur ein Ausschnitt an. Entscheidungen werden damit zwangsläufig auf Basis fragmentierter Informationen getroffen. Das ist kein Fehler einzelner Personen, sondern eine systemische Grenze des bisherigen Ansatzes.
Die 4π_Raumkommunikation setzt genau an dieser Grenze an und hebt sie auf. Statt einzelne Kamerabilder oder ausgewählte Perspektiven zu übertragen, wird der gesamte Raum erfasst und in Echtzeit verfügbar gemacht. 360 Grad horizontal, 360 Grad vertikal – vollständig, gleichzeitig und ohne Verlust. Nicht ein Bild der Realität wird übertragen, sondern die Realität selbst in Form des gesamten Raumes. Damit entsteht ein Lagebild, das nicht interpretiert werden muss, weil es unmittelbar sichtbar ist. Der Raum wird zur gemeinsamen Grundlage für alle Beteiligten.
Für Einsatzführung, Leitstellen und Entscheidungsträger bedeutet das einen grundlegenden Perspektivwechsel. Es wird nicht mehr das gesehen, was jemand auswählt, sondern das, was tatsächlich passiert. ....
Im Rahmen der GPEC® 2026, 20. - 22. Mai, www.gpec.de, steht einer der Prototypenräume und macht diesen Ansatz unmittelbar erlebbar. …
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(Bilder: NMC GmbH)
Verschiedene Leitstände und berechtigte Nutzer greifen auf denselben Life-Datenstrom zu und steuern ihre eigene Blickrichtung.
Mobile Operationsrooms von FutureRooms
Zwischenfälle, wirtschaftliche Schäden und warum reine RF-Detektion nicht mehr ausreicht
Manipulierte Audioaufnahmen sind zunehmend Gegenstand realer Ermittlungs- und Betrugsfälle sowie journalistischer Recherchen. Audio stellt dabei einen zentralen Informationsträger dar: Insbesondere Sprache transportiert Aussagen, Intentionen und Identitätsmerkmale unmittelbar und macht Audioinhalte anfällig für Manipulationen. Bereits einfache Eingriffe, wie etwa das Entfernen, Umstellen oder gezielte Ersetzen einzelner Segmente, können die semantische Aussage einer Aufnahme erheblich verändern.
In der Ermittlungspraxis stellt sich daher häufig die Frage, ob eine Audioaufnahme als authentisch gelten kann, also ob sie mit dem ursprünglichen Aufnahme- und Entstehungskontext übereinstimmt oder nachträglich verändert wurde.
Angriffe auf Audiomaterial: Shallowfakes und Deepfakes
Grundsätzlich lassen sich zwei Angriffsklassen unterscheiden: ...
Fraunhofer IDMT ist auch Aussteller der GPEC® 2026, s. GPEC®-Website: https://www.gpec.de/
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(Grafiken: Fraunhofer IDMT)
Die Analyse charakteristischer Signalspuren („Footprints“) wie zum Beispiel Kodierung, elektrische Netzfrequenz oder Mikrofonklassifizierung ermöglicht Rückschlüsse auf Herkunft, Bearbeitung und Konsistenz von Audioinhalten sowie die Detektion und zeitliche Einordnung möglicher Manipulationen.
Unsere Mission ist es, Leben zu schützen. Daher steht die Sicherheit unserer Kunden und der Menschen, denen sie dienen, für uns an erster Stelle. Aus diesem Grund durchlaufen alle TASER-Geräte vor ihrer Markteinführung strenge und umfassende Tests. Auch nach der Einführung werden sie weiterhin intern sowie von unabhängigen Experten getestet und wissenschaftlich untersucht.
Heute sind TASER-Geräte das am umfassendsten untersuchte Einsatzmittel im Bereich der polizeilichen Anwendung. Mit über 1.000 Berichten, Abstracts, Stellungnahmen, Studien und weiteren Ressourcen sowie mehr als 5 Millionen Feldeinsätzen in nahezu 30 Jahren gelten TASER-Geräte als sicheres und effektives Einsatzmittel am Gürtel einer Polizeibeamtin oder eines Polizeibeamten.
300.000+ gerettete Leben
vor Tod oder schweren Körperverletzungen. (Quelle: axon.cdn.prismic.io/axon%2F68d01c75-2714-484a-8a7e-d6a253a78cfd_taser-life-saving-field-statistics-brewer-study-2009.pdf)
5.618.407 TASER-einsätze
durch Einsatzkräfte weltweit. (Quelle: axon.cdn.prismic.io/axon%2F68d01c75-2714-484a-8a7e-d6a253a78cfd_taser-lifesaving-field-statistics-brewer-study-2009.pdf)
99,75 % ohne schwere Verletzungen
in 1.201 dokumentierten Feldeinsätzen von TASER-Geräten. (Quelle: axon.cdn.prismic.io/axon%2F55969e6f-4bcf-4361-a2c2-b24831363d2d_bozeman-safety-injury-profile-of-taser-cew_pressrelease_01-15-09.pdf ) …
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AXON ist u.a. mit Taser auch Aussteller der GPEC® 2026, s. GPEC®-Website: https://www.gpec.de/
(Foto: Polizei Gütersloh)
Auf dem 19. Internationales Bundesseminar Polizei & Behörden des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes e.V. 2025 wählten etliche Interessierte die Wirkung der Axon-TASER im Selbstversuch. (Foto: Uwe Wehrstedt)
Taser-Training (Quelle: HMdIS)
Aus dem aktuellen Heft - pvt 02/2026 März/April
Grußwort des Bundesinnenministers Alexander Dobrindt für die General Police Equipment Exhibition & Conference (GPEC®) - S. 3
Editorial "Zur Inneren Sicherheit"; Uwe Marquardt, amtierender Präsident der DHPol - S. 6
Fünfundsiebzig Jahre Bundespolizei; Präsident a.D. Bernd Walter - S. 7
Einführung der modularen Schießüberprüfung in der Polizei Niedersachsen; Andreas Zink, Landespolizeipräsidium Niedersachsen Referat 26 -Technik, Finanzen- - S. 12
Verkehrssicherheit ist kein „Streichposten“; Peter Schlanstein, HSPV NRW + Vorsitzender des Vorstands Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland e.V. (VOD) - S. 15
Die PTI-Datenbank; Marius Klingelhöfer + Prof. Dr. Wilfried Honekamp, PTI/DHPol - S. 32
Landesweite Einführung der neuen Polizei-Einsatz- App „resQnect“; Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt - S. 34
Neue Streifendienstbekleidung für die Landespolizei Sachsen-Anhalt + Komplett neue Polizeiuniform mit Schnitthemmung für die Polizei Baden-Württemberg - S. 38
Drohnen über Deutschland; Thomas Messer, Geschäftsführer, Messer Waffenhandel und Sicherheitsgesellschaft mbH - S. 42
Sehr geehrte Damen und Herren,
Polizistinnen und Polizisten leisten täglich einen unverzichtbaren Beitrag für die Sicherheit der Bevölkerung und den Schutz unseres Rechtsstaates. Zugleich sehen sie sich immer häufiger Aggressionen bis hin zu Gewalt und hohen psychischen Belastungen ausgesetzt. Der Schutz unserer Einsatzkräfte ist oberstes Gebot und gleichzeitig die Grundvoraussetzung für eine handlungsfähige Polizei. Zum Schutz unserer Polizistinnen und Polizisten sind leistungsfähige Einsatzmittel, sichere Kommunikationslösungen sowie verlässliche und sichere Führungs- und Informationssysteme zwingend. Deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen, dass wir unsere Einsatzkräfte stärken, indem wir ihnen die notwendigen Befugnisse und Mittel an die Hand geben, um ihre Abwehrkraft auszubauen und den eigenen Schutz zu verstärken. Die GPEC® bietet eine wichtige Plattform, um solche Ausrüstungen und Technologien für unsere Einsatzkräfte praxisnah zu präsentieren und im Dialog mit den Anwenderinnen und Anwendern weiterzuentwickeln. Gerade dieser enge Austausch zwischen Praxis und Industrie ist wesentlicher Erfolgsfaktor. Auch deswegen ist die GPEC® seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des sicherheitspolitischen Kalenders. Als Schirmherr dieser Fachmesse und Konferenz freue ich mich, dass sie auch heuer wieder Vertreterinnen und Vertreter der Polizeien und Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern mit Industrie und Wissenschaft zusammenführt.
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Münster, Februar 2026
Innere Sicherheit als Teil der Gesamtverteidigung – Führung, Technologie und Wissenschaft im Zeitalter hybrider Bedrohungen
Die sicherheitspolitische Lage in Europa hat sich nachhaltig verändert. Hybride Bedrohungen zeigen sich tagtäglich in der Ukraine und prägen zunehmend das strategische Umfeld staatlichen Handelns auch im restlichen Europa. Sie bewegen sich hier unterhalb der klassischen Kriegsschwelle, wirken aber gezielt auf Verwundbarkeiten offener Gesellschaften. Angriffe auf kritische Infrastrukturen, Desinformation, Cyberoperationen, wirtschaftlicher Druck oder die bewusste Instrumentalisierung gesellschaftlicher Polarisierung verfolgen ein gemeinsames Ziel: die Schwächung staatlicher Handlungsfähigkeit und des Vertrauens in demokratische Institutionen. Innere Sicherheit ist damit integraler Bestandteil moderner Gesamtverteidigung.
Für die Polizei bedeutet dies eine notwendige strukturelle Erweiterung ihres strategischen Denkens. Führung unter hybriden Bedingungen verlangt weiterhin Lagekompetenz, Entscheidungsfähigkeit unter Unsicherheit und nun auch zunehmend die ressortübergreifende Kooperationsfähigkeit. Nationale Zuständigkeiten bleiben rechtlich klar definiert, faktisch aber sind sicherheitsrelevante Entwicklungen grenzüberschreitend. Daraus folgt zwingend: Die Vorbereitung des Führungskräftenachwuchses darf nicht mehr primär nur national gedacht werden. …
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(Foto: DHPol)
Uwe Marquardt, amtierender Präsident der DHPol (Februar 2026)
Von der grenzbezogenen Sonderpolizei zum zentralen Sicherheitsanker
Die Bundespolizei feiert im Mai ihr fünfundsiebzigstes Jubiläum und blickt auf eine lange Epoche erfolgreicher, aber auch belastender Jahre im Dienste der Inneren Sicherheit zurück. Im Jahre 1951 mit 10.000 Mann als Bundesgrenzschutz gegründet, hat sie heute eine Sollstärke von 54.977 Bediensteten, der Frauenanteil beträgt 14.702 Polizistinnen. Sie ist damit die personalstärkste Polizei der Bundesrepublik und zugleich die personell zweitstärkste Verwaltungsorganisation des Bundes. In mehreren Bereichen hat sie ein Alleinstellungsmerkmal. Bei den Bereitschaftspolizeien stellt sie das höchste Einsatzkontingent und verfügt mit den Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten exklusiv über besonders leistungsfähige Einsatzkräfte. Mit dem Bundespolizei-Flugdienst steht eine der größten polizeiliche Hubschrauberflotte weltweit zur Verfügung. Als einzige Polizei in Deutschland setzt sie hochseefähige Patrouillenboote mit Kanonenbewaffnung ein. Allein für Auslandsverwendungen werden über 1.700 Beamte abgestellt. Viele Jahre hatte es gedauert, bis sich der Bundesgrenzschutz das nennen durfte, was er nach den Intentionen der Sicherheitspolitik der Gründerjahre immer sein sollte: Bundespolizei. Erst in seiner 172. Sitzung am 21. April 2005 nahm der Deutsche Bundestag aufgrund der Beschlussempfehlung und des Berichts des Innenausschusses den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Umbenennung des Bundesgrenzschutzes in Bundespolizei mit überwältigender Mehrheit an. ...
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(Bild: BPol)
75 Jahre Bundespolizei
Bundespolizei See (Quelle: BPol)
Symbolische In-Dienst-Stellung der Drohnenabwehreinheit am 02.12.2025 mittels Übergabe des Dienststellenschildes von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt an Polizeidirektor Bastian Lamers (Foto: Uwe Wehrstedt)
Die fundierte Aus- und Fortbildung von Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten ist ein wesentlicher Baustein der polizeilichen Aufgabenbewältigung. Stetig steigende Anforderungen an die staatlichen Garanten des Gemeinwohls machen eine fortlaufende Überprüfung der etablierten Abläufe und Prüfungsvorgaben unabdingbar. Dieser Umstand trifft aufgrund des mit Schusswaffen einhergehenden, immanenten Gefahrenpotentials auch auf das Schusswaffeneinsatztraining zu, das nicht zuletzt zum Ziel haben muss, den Schutz der Einsatzkräfte auf eine solide Grundlage zu stellen und den rechtlich normierten Vorgaben des Schusswaffengebrauchs zu genügen. Angesichts der sich stetig wandelnden Anforderungen im polizeilichen Alltag und der zunehmenden Komplexität der Einsatzsituationen gewinnt die kontinuierliche Weiterentwicklung der Ausbildungs- und Überprüfungsprozesse an Bedeutung. Tradierte Methoden der Schießaus- und -fortbildung, die wie die bekannte Kontrollübung richtigerweise über Jahrzehnte etabliert wurden, reichen zunehmend nicht mehr aus, um den aktuellen Herausforderungen und Ansprüchen an ein zeitgemäßes Schusswaffeneinsatztraining gerecht zu werden. Daher ist es unerlässlich, diese etablierten Verfahren kritisch zu hinterfragen und durch innovative, durchdachte Ansätze zu ergänzen oder erforderlichenfalls zu ersetzen, um durch ein realitätsnahes, effektives und nachhaltiges Schusswaffeneinsatztraining die Handlungssicherheit der Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten sicherzustellen. Nur durch eine solche Modernisierung kann das Schusswaffeneinsatztraining den hohen Anforderungen an die Handlungs- und Interventionsfähigkeit, aber auch dem besonderen Verantwortungsbewusstsein im Polizeidienst gerecht werden. ...
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(Foto: Polizeiakademie Niedersachsen)
Kritische Stellungnahme zu drei Verkehrsvorschlägen der NRW‑Effizienzinitiative
Ausgangslage: Effizienz ist richtig, aber nicht um den Preis von Schutzlücken
Die in vom Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen im Februar 2026 vorgestellte Effizienzinitiative „Polizeiliche Aufgabenkritik und Vorschläge“ umfasst 35 Maßnahmen, die Bürokratie abbauen und Personal wieder stärker für Streife, Gefahrenabwehr und Ermittlungen freisetzen sollen. Grundsätzlich ist es richtig, Abläufe zu hinterfragen und zu digitalisieren – insbesondere dort, wo Doppelarbeit, Medienbrüche und unnötige Dokumentationslast tatsächlich operative Präsenz verhindern.
Effizienz hat dort ihre Grenze, wo sie den staatlichen Schutzauftrag schwächt. Verkehrsüberwachung dient nicht der Verwaltungsvereinfachung, sondern dem Schutz zentraler Rechtsgüter – insbesondere von Leben und körperlicher Unversehrtheit. Genau hier liegt der kritische Punkt: Drei der vorgeschlagenen Maßnahmen betreffen nicht bloße Randbereiche, sondern die tragenden Säulen wirksamer Verkehrssicherheitsarbeit – eine verlässliche Datengrundlage, ausreichenden Kontrolldruck und funktionierende fachliche Strukturen.
Besonders irritierend ist das Spannungsverhältnis zur eigenen NRW‑Fachstrategie Verkehr #LEBEN (Einführung 2024): Dort wird ausdrücklich betont, Verkehrsüberwachung müsse unangekündigt „jederzeit und überall“ möglich sein und Verstöße seien konsequent zu ahnden, um Schwerverletzte und Getötete zu reduzieren. Ein Effizienzprogramm, das ausgerechnet im Verkehr die Instrumente ausdünnt, läuft Gefahr, sich gegen dieses Ziel zu richten.
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Ablenkung ahnden – aber bei Unfallfolge nicht mehr aufklären? Verkehrssicherheit funktioniert so nicht (©Polizei NRW)
Ob ein Unfall glimpflich endet, ist oft Zufall – nicht die Gefährdung (©Polizei NRW)
Automatisiertes und vernetztes Fahren kommt – kann die Polizei auf Expertise verzichten? (©Continental)
Die PTI-Datenbank bündelt technisches Wissen, schafft Transparenz und unterstützt die Polizeien von Bund und Ländern bei Beschaffung, Einsatz und Weiterentwicklung moderner Einsatzmittel. Sie steht für digitale Souveränität, verlässliches Informationsmanagement und eine zukunftsorientierte Zusammenarbeit. Durch ihre kontinuierliche Weiterentwicklung wird sie zu einem zentralen Werkzeug für den Austausch von Erfahrungen, Standards und Innovationen.
Das Polizeitechnische Institut (PTI) ist als neutrale Stelle mit der Erstellung und Fortschreibung Technischer Richtlinien (TR) entsprechend den Bedarfen der Polizeien der Länder und des Bundes betraut. Es befindet sich auf dem Campus der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster-Hiltrup. Die Erarbeitung neuer TR hat zum Ziel, die Anforderungen an ein Einsatzmittel zu definieren und Mindeststandards festzulegen. In der Regel beginnt der Prozess mit der Gründung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe. Diese definiert die Anforderungen an ein bedarfsgerechtes technisches System. Dazu zählen auf dem Markt verfügbare Produkte, zu erwarteten technischen Neuerungen und erste Erkenntnisse aus Pilotprojekten, gegebenenfalls auch Prototypen. Nach Fertigstellung einer neuen TR und In-Kraft-Setzung durch die polizeiinternen Gremien dient die Richtlinie fortan als Grundlage für Beschaffungen. Die Verknüpfung und Koordinierung der erkannten technischen Bedarfe der Polizeien des Bundes und der Länder einerseits und andererseits der stetig fortschreitenden technischen Möglichkeiten der Industrie ist eine wesentliche Aufgabe des PTI. In dieser Verknüpfungsfunktion stellt das PTI als zentrale Ansprechstelle Informationen zur Verfügung. Eine der weiteren Aufgaben des PTI ist das Informations- und Wissensmanagement für die polizeiinterne Öffentlichkeit. ...
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(Quelle: Screenshot, ©PTI)
Digitalisierung Landespolizei
Mit der Einführung der neuen Polizei-Einsatz-App „resQnect“ macht die Polizei Sachsen-Anhalt einen weiteren Modernisierungsschritt und stärkt die Leistungsfähigkeit der Polizeiarbeit. Die App ist für dienstliche Smartphones entwickelt und bietet eine moderne, mobile Lösung für die Kommunikation zwischen den Einsatzkräften und den Lage- und Führungszentren bzw. den Einsatzführungsstellen der Landespolizei. Nach einer erfolgreichen Pilotphase in der Polizeiinspektion Dessau-Roßlau erfolgt nun die landesweite Einführung.
Innenministerin Dr. Tamara Zieschang: „Polizeiarbeit verändert sich rasant. Sie braucht neben gut ausgebildeten Einsatzkräften vor allem auch eine zeitgemäße und zunehmend digitale Einsatzunterstützung. In einer Zeit, in der mobile Kommunikation und sicherer Datenaustausch über den Erfolg von Einsätzen mitentscheiden, ist eine zuverlässige digitale Vernetzung untereinander unverzichtbar.
Mit ‚resQnect‘ geben wir den Polizistinnen und Polizisten ein digitales Einsatzmittel an die Hand, das Kommunikation vereinfacht, Übersicht über den aktuellen Einsatz schafft und Zusammenarbeit verbessert. So können Entscheidungen auch in dynamischen Lagen schnell und sicher getroffen werden. Ich bin überzeugt, dass diese Einsatz-App einen echten Mehrwert für die tägliche Polizeiarbeit schafft.“ Die App „resQnect“ ist eine innovative, mobile Lösung zur Einsatzunterstützung für Feuerwehren, Rettungsdienste und weitere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Sie wurde von der Firma eurofunk Kappacher GmbH in enger Zusammenarbeit mit Praktikern aus dem BOS-Bereich entwickelt, um die App praxisnah und anwenderfreundlich zu gestalten. ...
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(Fotos: Uwe Wehrstedt)
Quelle: PI ZD ST
Sachsen-Anhalts Innenministerin Dr. Tamara Zieschang zur Nutzung von "resQnect"
Darstellung im Einsatzleitsystem: Bidirektionale Verbindung zwischen dem Einsatzleitsystem und der App + Darstellung der Informationen/Fotos im Bereich „Meldungen zum Einsatzgeschehen“
Sachsen-Anhalt Ausgangslage
Die bisherige Streifendienstbekleidung wurde in den Jahren 2006 bis 2008 konzipiert und wird seit 2009 ausgegeben. Mit Erlass vom 07. Mai 2018 initiierte das MI die Neugestaltung der Ausstattung für den Streifendienst. Ziel dabei war es, die Funktionalität, den Tragekomfort und die haptischen Eigenschaften der Dienstbekleidung zu verbessern. Nach mehr als 15 Jahren ist es so weit: Die Landespolizei Sachsen-Anhalt bekommt eine moderne und zeitgemäße Streifendienstbekleidung. Künftig stehen den Polizistinnen und Polizisten neue Sommer- und Winterhosen, eine praktische Softshelljacke sowie eine überarbeitete Regendienstbekleidung zur Verfügung. Die neue Ausstattung ist hochwertig, langlebig und optimal auf die Anforderungen des täglichen Einsatzes
abgestimmt.
Baden-Württemberg
Der Stv. Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl stellte die neue Uniform der Polizei Baden-Württemberg vor. Neben deutlich funktionaleren Stoffen werden Teile der Einsatzuniform fortan mit schnitthemmenden Elementen ausgestattet. Das Ziel dabei ist, Polizistinnen und Polizisten bestmöglich auszustatten und zu schützen. Denn Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und längst keine Randerscheinung mehr.
Unsere Polizistinnen und Polizisten sind tagtäglich gefordert, nicht selten in schwierigen Einsatzlagen. Sie gehen ein persönliches Risiko ein, um uns alle zu schützen. In den letzten Jahren verzeichnen wir hier einen kontinuierlichen Anstieg der Fallzahlen. Dem müssen wir entgegentreten und da gibt es nicht die eine Maßnahme – hier sind alle gefragt. Eine ganz entscheidende ist freilich, dass wir unsere Polizistinnen und Polizisten bestmöglich ausstatten. Hier haben wir in den vergangenen Jahren schon viel auf den Weg gebracht – von der Bodycam, über Erste-Hilfe-Sets bis hin zur verbesserten Schutzausstattung....
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Streifendienstjacke und-hose Sachsen-Anhalt (Foto: Uwe Wehrstedt)
Abschließende Präsentation der neuen Streifendienstbekleidung durch Sachsen-Anhalts Innenministerin Dr. Tamara Zieschang (Foto: Uwe Wehrstedt)
Baden-Württembergs Stv. Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl (rechts) mit einer Polizistin und einem Polizisten in neuen Uniformen (Foto: ©Leif Piechowski, IM BWL)
Zwischenfälle, wirtschaftliche Schäden und warum reine RF-Detektion nicht mehr ausreicht
Ein strukturell wachsendes Lagebild Unbemannte Luftfahrtsysteme haben sich innerhalb weniger Jahre von Freizeitgeräten zu sicherheitsrelevanten Plattformen entwickelt. Moderne Multicopter verfügen über:
- autonome Flugmodi (Waypoint-Missionen)
- präzise GPS- und GLONASS-Navigation
- optische Zielerkennung
- Hindernisvermeidung
- verschlüsselte Datenübertragung
- modulare Payload-Fähigkeit
Gleichzeitig ist die Eintrittsschwelle niedrig. Hochleistungsfähige Systeme sind frei verfügbar und technisch leicht bedienbar.
Die Zahlen belegen die Dynamik:
- 2023 registrierte die Deutsche Flugsicherung 99 drohnenbedingte Störungen im Umfeld deutscher Flughäfen.
- 2024 stieg diese Zahl auf 113 Fälle.
- Bis November 2025 wurden bereits über 200 relevante Zwischenfälle erfasst.
Zusätzlich dokumentierten Sicherheitsbehörden im Jahr 2025 mehr als 800 sicherheitsrelevante Drohnensichtungen über:
- militärischen Einrichtungen
- Energieversorgern
- Industrieanlagen
- Logistikzentren
- KRITIS-Objekten
Die Entwicklung ist eindeutig: Die Drohnenproblematik ist kein Einzelphänomen mehr, sondern ein dauerhaftes Lagebild. ...
Die GPEC® 2026 bietet erneut das Fachforum „Drohnen (UAS) und BOS“, s. Rahmenprogramm GPEC®-Website: https://www.gpec.de/
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© Thirdeye Systems
Funktionale Unterschiede RF-Scanner vs. passive Optisch-Thermische Multisensor-Detektion (Quelle: Autor Thomas Messer)
Aus dem aktuellen Heft - pvt 01/2026 Januar/Februar
Editorial "Zur Inneren Sicherheit"; Ralph Tiesler, Präsident, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) - S. 4
Herbst-Innenministerkonferenz 2025; Dr. Uwe Wehrstedt, Chefredakteur + Verleger pvt - S. 5
Technologie verbindet – das Netzwerk ENLETS und seine Bedeutung für die Polizeiarbeit; PD Mario Sormes, Referent für Verkehrsüberwachungs- und Unfallaufnahmetechnologie + Prof. Dr. Wilfried Honekamp, Leiter, Polizeitechnisches Institut der Deutschen Hochschule der Polizei - S. 8
70. Herbsttagung des Bundeskriminalamtes (BKA); Dr. Uwe Wehrstedt, Chefredakteur + Verleger pvt - S. 16
Bundeswehrtagung 2025; Dr. Uwe Wehrstedt, Chefredakteur + Verleger pvt - S. 18
Aufspüren – Abwehren – Abfangen; Dr. Uwe Wehrstedt, Chefredakteur und Verleger pvt + Pressestelle Bundespolizei - S. 24
Bundesinnenminister Dobrindt eröffnete das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum bei der Bundespolizeidirektion 11 in Berlin; Dr. Uwe Wehrstedt, Chefredakteur und Verleger pvt - S. 24
Schutz für Ungeschützte; Peter Schlanstein, HSPV NRW + Vorsitzender des Vorstands Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland e.V. (VOD) - S. 38
Deepfakes:; CISPA Helmholtz-Zentrum - S. 46
AR-15 – 70 Jahre und noch immer Up to Date; Patric Graziadio, Sachverständiger Waffen und Munition - S. 48
Die Bedeutung des Schutzes unserer Kritischen Infrastruktur für einen leistungsfähigen Bevölkerungsschutz
Wenn wir heute von integrierter Sicherheit sprechen, dann führt kein Weg am Thema Schutz Kritischer Infrastrukturen vorbei. Stromnetze, Wasserwerke, Krankenhäuser, Kommunikationssysteme, Transportwege – sie bilden das Rückgrat unserer Gesellschaft und damit unseres modernen Alltages. Es sind aber auch genau diese Abhängigkeiten, die unsere Gesellschaft verwundbar machen. Sobald unsere Kritische Infrastruktur ausfällt, sei es durch eine Naturkatastrophe, technische Störungen, menschliches Versagen oder gezielte Angriffe, wird schnell klar, wie fragil die Stabilität unseres Gemeinwesens wirklich sein kann. Der Schutz unserer Kritischen Infrastruktur ist deshalb längst nicht mehr nur ein technisches oder ein organisatorisches Thema. Dieser Schutz ist zu einer elementaren Säule unserer gesamtstaatlichen Sicherheitsarchitektur geworden.
Ein belastbarer Schutz der Kritischen Infrastruktur ist die Voraussetzung für jede Form des zivilen Krisenmanagements in Deutschland. Ohne kann keine effektive Hilfe geleistet werden, keine Rettungskette funktionieren und auch keine Kommunikation aufrechterhalten werden. Traditionell bedeutet Bevölkerungsschutz, die Bevölkerung in Krisenfällen zu schützen, Leben zu retten und Schäden zu begrenzen. Doch ein moderner Schutz unserer Bevölkerung muss weit darüber hinaus gehen. Er muss präventiv und systematisch ausgelegt sein und gleichzeitig erkennen, dass der Schutz unserer Gesellschaft untrennbar mit dem Schutz der Infrastrukturen verbunden ist, die unser tägliches Leben ermöglichen. ...
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(Foto: Henning Schacht)
Präsident Ralph Tiesler, Präsident Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
66 Beschlüsse zu innenpolitischen Themen
Innensenator Mäurer, Vorsitzender der Innenministerkonferenz (IMK) 2025: „Bund und Länder haben viel erreicht und in vielen Bereichen Klarheit geschaffen.“ Die Innensenatorin und die Innensenatoren sowie die Innenministerinnen und Innenminister der 16 Länder haben auf ihrer Herbstkonferenz 2025, 03. bis 05. Dezember, in Bremen mit dem Bundesinnenminister aktuelle innenpolitische Themen erörtert und zahlreiche Beschlüsse gefasst. Die 224. IMK beriet in dreitägigen Beratungen über insgesamt 78 Tagesordnungspunkte und hat Beschlüsse zu zentralen und aktuellen Sicherheitsthemen gefasst, darunter das Schwerpunktthema der Drohnendetektion und -abwehr.
Drohnenabwehr
Während der jüngsten Innenministerkonferenz (IMK) haben Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und seine Länderkollegen am 4. Dezember die Einrichtung eines gemeinsamen Drohnenabwehrzentrums von Bund und Ländern beschlossen. Ziel ist eine abgestimmte, bundesweite Strategie zur Abwehr hybrider Bedrohungen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: „Gegen Drohnen-Bedrohungen setzen wir auf ein klares Prinzip: aufspüren, abwehren, abfangen! Bund und Länder handeln bei der Drohnenabwehr geschlossen – und in Rekordgeschwindigkeit. Denn allen ist bewusst: Die wachsende Drohnen-Bedrohung verlangt entschlossenes, gemeinsames Gegensteuern. Mit dem neuen gemein samen Drohnenabwehrzentrum, das auf der IMK beschlossen wurde und noch in diesem Jahr in Berlin seine Arbeit aufnehmen wird (s. S. 16), schaffen wir eine starke Schaltstelle, um feindliche Drohnen aufzuspüren, abzuwehren und notfalls abzuschießen. Damit stärken wir unsere Sicherheit spürbar und dauerhaft.“
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(Foto Alexander Dobrindt: Henning Schacht)
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt
Der Bayerische Staatsminister Joachim Herrmann, Sprecher der Innenministerinnen und -minister der CDU- und CSU-geführten Länder, in der abschlißenden Pressekonferenz
Gastrednerin EU-Kommissarin Hadja Lahbib
Das European Network of Law Enforcement Technology Services (ENLETS) vernetzt seit 2008 Polizeibehörden, Forschung und Industrie in Europa. Im Mittelpunkt stehen Themen wie digitale Arbeitsumgebungen, Drohnenabwehr, Einsatzleitstellen und nachhaltige Polizeiarbeit. ENLETS entwickelt keine Produkte, sondern beschleunigt den Wissenstransfer, begleitet EU-Forschungsprojekte und verbreitet Best Practices. Für deutsche Polizeien eröffnet das Netzwerk Chancen beim Erfahrungsaustausch, bei der Standardisierung und im frühzeitigen Erkennen technologischer Trends.
Wenn in Europa von polizeilicher Zusammenarbeit die Rede ist, denken viele zuerst an den Austausch von Ermittlungsdaten, an gemeinsame Einsätze oder an bekannte Institutionen wie Europol und Frontex. Weit weniger sichtbar, aber nicht minder wichtig, ist ein Netzwerk, das sich mit einer grundle genden Frage beschäftigt, wie Polizeibehör den in allen Mitgliedsstaaten mit den richti gen Technologien ausgestattet werden kön nen, um ihre Aufgaben im 21. Jahrhundert zu erfüllen. Genau hier setzt das European Network of Law Enforcement Technology Services (ENLETS) an. Es ist kein technisches Konsortium, das selbst Geräte oder Software entwickelt, sondern versteht sich als Katalysator, der Wissen bündelt, Erfahrungen teilt und Innovationen auf ihre Praxistauglichkeit prüft. In einer Zeit, in der Digitalisierung, künstliche Intelligenz und neue Bedrohungen durch Drohnen oder Cyberangriffe die Sicherheitsarchitektur tiefgreifend verändern, zeigt sich die Bedeutung eines solchen Netzwerks besonders deutlich. ...
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(Fotos: PD Mario Sormes)
Gruppenbild vom Treffen der NCP in Budapest
NCP-Meeting in Brüssel
„Demokratie unter Druck – resiliente Polizei“
Einmal im Jahr tauschen sich nationale und internationale Expertinnen und Experten aus Polizei, Justiz, Zoll, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über aktuelle sicherheits- und gesellschaftspolitische Entwicklungen sowie Strategien im Bereich innere und globale Sicherheit aus. Die Veranstaltung gilt als eine führende Austausch-Plattform für polizeiliche Zukunftsthemen in Deutschland. Über 600 Präsenzgäste am 19. und 20.11.25 im Rhein Main CongressCenter Wiesbaden und mehr als 650 digital Teilnehmende machten die Herbsttagung 2025 wieder zu einer der wichtigsten Netzwerk-Veranstaltungen.
Wie meistert eine resiliente Polizei die Herausforderungen der Zukunft? Dieser zentralen Frage widmete sich diese Herbsttagung mit dem Titel „Demokratie unter Druck - resiliente Polizei“. Präsident Münch: „Unser Staat und unsere Gesellschaft stehen unter Druck, sowohl von außen als auch von innen. Denn Deutschland ist vermehrt Schauplatz hybrider Angriffe und gesellschaftlicher Spannungen. Die Polizei trägt eine große Verantwortung, indem sie unsere Demokratie schützt und verteidigt. Für diese wichtige Aufgabe muss sie resilient sein. Das heißt: sich kontinuierlich weiter entwickeln und neu ausrichten.“
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erklärte, dass: „wir uns vorbereiten können, kritische Infrastrukturen und große Menschenansammlungen zu schützen und auch da die Unterstützung und Amtshilfe der Bundeswehr schon bedeutsam sein kann… Deutschland ist nicht im Krieg aber Ziel einer täglichen hybriden Kriegsführung“.
Zur Pressekonferenz sprach Bundesinnenminister Dobrindt auch als Teil des Umgangs mit der hybriden Bedrohung digitale Ermittlungsmethoden an, die uns in die Lage versetzen, aus Daten die notwendigen Zusammenhänge zu ziehen, um der Kriminalität schneller und effizienter auf die Spur zu kommen. Neben der Datenanalyse gehören dazu auch biometrische Daten und die Speicherung von IP-Adressen. Er hat sich auch in besonderem Maße auf die hybride Bedrohung durch Drohnen fokussiert und deutlich gemacht, dass wir bei der Drohnenabwehr auch die nötigen gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen haben, so dass die Bundeswehr die Drohnenabwehr mit unterstützen kann. Und für die technischen Voraussetzungen zur aktuellen Aufstellung einer Drohnenabwehreinheit wurden 100 Mio. € für 2025 und 2026 vereinbart, um sie mit unterschiedlichsten Drohnenabwehrtechniken auszustatten und in einem auch noch 2025 zu errichtenden gemeinsamen Drohnenabwehrzentrum die Fähigkeiten der unter schiedlichen Polizeikräfte bei Bund und Ländern zusammenzuführen. ...
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(Bilder: Uwe Wehrstedt)
Wie angesichts hybrider Bedrohungen von außen und wachsender gesellschaftlicher Spannungen eine „Zeitenwende der Inneren Sicherheit“ gelingen kann, beschrieb der BKA-Präsident Holger Münch in den Kernthesen seiner Hauptrede.
Nach der Rede von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt stellte er sich zusammen mit BKA-Präsident Holger Münch in einer Pressekonferenz
Dr. Thomas de Maizière war am 2. Tag als Vortragender aktiv
„Einsatzbereitschaft stärken. Aufwuchs beschleunigen. Sicherheit garantieren.“
Bundeswehrtagung in Zeiten von Aufbruch und Veränderung. Einsatzbereitschaft und Zukunftsfähigkeit, Aufwuchs sowie Rüstung und Innovation: Diese großen Themen bestimmten die Bundeswehrtagung, die am 6. und 7. November in Berlin unter der Führung von Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius mit rund 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stattfand.
Im Mittelpunkt standen die strategische Ausrichtung der Bundeswehr und die aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen. Es wurde für zivil-militärische Zusammenarbeit und eine gesamtgesellschaftliche Verteidigungsbereitschaft sensibilisiert.
Nach der Begrüßung durch Verteidigungsminister Boris Pistorius wurde eine Videobotschaft von Bundeskanzler Friedrich Merz eingespielt. Bundeskanzler Merz sagte, seit dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine sei Frieden in Europa keine Selbstverständlichkeit mehr. „Wir wollen die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee in Europa machen“, erklärte der Kanzler. „Wichtige Vorhaben hat die Bundesregierung bereits auf den Weg gebracht. Eine verlässliche Finanzierung für die Bundeswehr, beschleunigte Beschaffungsverfahren, die Einrichtung eines nationalen Sicherheitsrates“, zählte der Kanzler auf. Das alles sei auch Verdienst von Verteidigungsminister Boris Pistorius, so Merz weiter.
Verteidigungsminister Pistorius betonte, mit der Zeitenwende sei sehr vieles angestoßen worden – Strukturen seien verändert, Prozesse beschleunigt und Fähigkeiten ausgebaut worden. „Wir sind mitten dabei, die Bundeswehr konsequent auf Landes- und Bündnisverteidigung auszurichten“, stellte Pistorius fest. Jedoch sei auch klar, dass dieses Ziel noch nicht erreicht sei. Der materielle und personelle Aufwuchs der Bundeswehr müsse rasch umgesetzt werden, so der Minister. Er sei fest entschlossen, den Auftrag der Bundeswehr im Rahmen der Gesamtverteidigung weiter auszuführen. Er wandte sich ausdrücklich an die Vorgesetzen der Soldatinnen und Soldaten. Es gehe darum, nicht mehr zu verwalten, sondern zu führen. Dazu gehöre auch eine neue Fehlerkultur in der Truppe.. ...
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(Fotos: Uwe Wehrstedt)
Verteidigungsminister Pistorius mahnte die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für die Sicherheit Deutschlands an.
Bei allen Planungen und Konzeptionen müsse immer die Einsatzbereitschaft der Soldatinnen und Soldaten im Mittelpunkt stehen, betonte Generalinspekteur Carsten Breuer
Generalleutnant Alexander Sollfrank sprach ausführlich über den Operationsplan Deutschland, auch „Kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen.“
Abschließend stellten sich Verteidigungsminister Pistorius und Generalinspekteur Breuer einer Pressekonferenz
Bundesinnenminister Dobrindt stellte Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei in Dienst
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat am 02.12.2025 die Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei feierlich in Dienst gestellt. Spezialkräfte der Bundespolizei werden deutschlandweit Drohnen smart und mit neuester Technik abwehren. Parallel werden Flughäfen zur Drohnenabwehr ertüchtigt.
Die neue Einheit der Bundespolizei wird bundesweit eingesetzt und mit neuester Technik zur smarten Abwehr von Drohnen ausgestattet. Die Beamtinnen und Beamten der Drohnenabwehreinheit werden zu Spezialkräften aus- und weitergebildet, um verschiedenste Einsatzlagen bei Drohnenvorfällen bewerten und schnell und effizient dar auf reagieren zu können.
Parallel zum Aufbau der Drohnenabwehreinheit werden die Flughäfen im Schulterschluss mit den Ländern und Flughafenbetreibern zur Detektion und Abwehr von Drohnen ertüchtigt.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: „Die neue Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei wird zeigen, wie wir auf neue hybride Bedrohungen reagieren: schnell, präzise, mit © Uwe Wehrstedt (12) Spitzen Technologie. Gegen Drohnen Bedrohungen setzen wir auf ein klares Prinzip: auf Spezialkräfte der Bundespolizei werden deutschlandweit Drohnen smart und mit neuester Technik abwehren. Parallel werden Flughäfen zur Drohnenabwehr ertüchtigt. spüren, abwehren, abfangen!“ Mit der Einrichtung dieser Einheit stärkt die Bundespolizei ihre Drohnenabwehrfähigkeiten und verfügt über ein weiteres zentrales Element im Krisenmanagement des Bundes. Durch die Detektion, Abwehr und Einwirkung auf unbemannte Fluggeräte reagiert die Bundespolizei adäquat auf neue, sich rasant entwickelnde Gefährdungslagen in ihrem Zuständigkeitsbereich und wehrt Gefahren für die kritische Infrastruktur in den Bereichen Bahn-, Luft- und Seesicherheit sowie für Schutzobjekte der Bundesregierung ab.
Die Drohnenabwehreinheit greift auf die bereits vorhandene Expertise der Spezialkräfte der Dienststellen Einsatz- und Ermittlungsunterstützung der Bundespolizei sowie des Entschärfungsdienstes der Bundespolizei zurück.
Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums Dr. Dieter Romann, sagte in diesem Zusammenhang: "Allein die Bundespolizei hat im bisherigen Jahr 2025 in ihrem begrenzten sachlichen und räumlichen Zuständigkeitsbereich Drohnenfeststellungen im niedrigen dreistelligen Bereich getroffen, davon etwa Zweidrittel an den größten deutschen Verkehrsflughäfen. ...
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(Fotos: Uwe Wehrstedt)
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt betonte, dass für die Beschaffung relevanter Drohnenabwehrtechnik der Bundestag bereits für 2025 und 2026 insgesamt über 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat.
Vortrag von Präsident des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann
Symbolische In-Dienst-Stellung der Drohnenabwehreinheit durch Bundesinnenminister Alexander Dobrindts Übergabe an Polizeidirektor Bastian Lamers
Bereits beschaffte Technik u.a. Drohnenabfangsysteme SKYWALL und ARGUS-Drohnen
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt eröffnete am 17. Dezember 2025 das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) von Bund und Ländern in Berlin – gemeinsam mit den Sprechern der SPD- und unionsgeführten Bundesländer, Andy Grote, Innensenator Hamburg und Joachim Herrmann, Innenminister Bayern.
Mit der Eröffnung des Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrums (GDAZ) bündeln Bund und Länder erstmals ihre Kräfte zur Abwehr von Drohnen. In dem neuen Zentrum, das an die Bundespolizeidirektion 11 in Berlin angebunden ist, sollen Vertreter der Sicherheitsbehörden, der Bundeswehr und der Nachrichtendienste Informationen austauschen und „Einsatzmaßnahmen koordinieren“, wie der Leiter der Bundespolizeidirektion 11, Olaf Lindner, erklärt. Organisatorisches Vorbild ist das Gemein same Terrorabwehrzentrum (GTAZ), in dem sich Polizei, Nachrichtendienste und andere relevante Behörden zu aktuellen Risikofällen im Bereich islamistischer Terrorismus austauschen. Das GDAZ ist als gemein same Koordinierungsstelle der Polizeien von Bund und Ländern, des Bundeskriminalamts, der Bundespolizei sowie der Bundeswehr eingerichtet. Es soll die Sicherheitsbehörden miteinander vernetzen, damit eine schnelle und effektive Vorbereitung und Reaktion auf sicherheitsrelevante Drohnenvorfälle möglich wird - so das Ziel. Der Arbeitsbetrieb des GDAZ soll im Januar aufgenommen werden.
Während der jüngsten Herbst-Innenministerkonferenz (IMK) hatten Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und seine Länderkollegen die Einrichtung eines gemeinsamen Drohnenabwehrzentrums von Bund und Ländern beschlossen (s. S. 5). Ziel ist eine abgestimmte, bundesweite Strategie zur Abwehr hybrider Bedrohungen.
Konkret geht es um die Verhinderung von Spionage, Sabotage und Störungen des Luftverkehrs sowie die Abwehr etwaiger Angriffe. Einig waren sich die Innenministerinnen und Innenminister von Bund und Ländern bei ihrer Herbstkonferenz, dass die Polizei die Aufgabe der Abwehr größerer militärischer Drohnen nicht bewältigen könne. Das, so hieß es, sei grundsätzlich ein Fall für die Bundeswehr. ...
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(Fotos: Uwe Wehrstedt)
(Quelle: Bundespolizei)
Begrüßung und Einführung durch Präsident Bundespolizeidirektion 11 Olaf Lindner
Erklärungen der Minister: Innenminister Bayern Joachim Herrmann, Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Innensenator Hamburg Andy Grote (v.r.n.l.)
Mit dem symbolischen Anbringen des Türschilds durch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt nahm die GDAZ als zentrale Plattform zur Bündelung der deutschen Drohnenabwehrkompetenzen ofziell ihre Arbeit auf.
Verkehrsexpertentag 2025 setzt Zeichen für mehr Verkehrssicherheit
Unfälle sind kein Schicksal – Menschenschutz als Ziel
„Die Straßen gehören nicht den Schnellsten, sie gehören uns allen.“ Mit dieser klaren Botschaft eröffnete NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer den 23. Deutschen Verkehrsexpertentag der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland (VOD) am 18. November 2025 in Münster. Rund 100 Fachleute aus Wissenschaft, Verbänden, Verwaltung und Polizei folgten der Frage der Tagung: Wie können Menschen, die bei Kollisionen mit motorisierten Fahrzeugen ungeschützt sind, besser geschützt werden?
Angesichts weiterhin hoher Unfallzahlen ist diese Frage aktueller denn je. Im Jahr 2024 starben in Deutschland 2.770 Menschen im Straßenverkehr, darunter 441 Rad fahrende und 397 Fußgänger – zumeist auf innerstädtischen Straßen. Fast zwei Drittel der innerorts Getöteten waren zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs. Insgesamt verunglückten über 108.000 Fußgänger und Radfahrer im Stadtverkehr. Im Schnitt wird alle 19 Minuten ein Kind im Straßenverkehr verletzt. Hinter jeder Zahl stehen menschliche Schicksale; Verkehrssicherheit ist deshalb vor allem Menschenschutz, wie Krischer betonte. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssten alle an einem Strang ziehen – Politik könne Regeln setzen, doch „umgesetzt wird Sicherheit auf der Straße, jeden Tag, durch uns alle“.
Verkehrssicherheit für Kinder und Jugendliche: Risiken erkennen
Kinder und Jugendliche sind im Verkehr besonders gefährdet. Dr. Sebastian Rauch (Uni Erlangen-Nürnberg) präsentierte aktuelle Daten zur Mobilität und Unfallbeteiligung der jungen Generation. Seine Analysen zeigen altersabhängige Risikoprofile: 6- bis 9-Jährige verunglücken überproportional häufig als Fußgänger, 10- bis 14-Jährige vor allem mit dem Fahrrad, und ab 15 Jahren treten vermehrt Unfälle mit motorisierten Zweirädern auf. Besonders kritisch sind die Schulwege: Unfallspitzen treten wochentags morgens zwischen 7 und 8 Uhr sowie mit tags gegen 13 bis 14 Uhr auf, zudem häufen sich Unfälle in den Monaten April bis September. Trotz dieser Gefahren rangiert aus Sicht junger Menschen die Verkehrssicherheit nicht an erster Stelle. In Rauchs eigener Befragung nannten Kinder und Jugendliche bei der Wahl ihres Verkehrsmittels Aspekte wie Schnelligkeit, Zuverlässigkeit, Flexibilität, Kosten und Bequemlichkeit als wichtiger – Sicherheit landete erst auf Platz 7. Diese Erkenntnis unterstreicht, dass Appelle allein nicht genügen, das Verhalten zu ändern. …
(Quelle: VOD)
Kirsten Lühmann, Präsidentin der Deutschen Verkehrswacht (DVW) hat mit professioneller Moderation durch den Kongress geführt
Marco Schäler (Fachgebiet Verkehrsrecht und Verkehrslehre der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz und DPolG): Mikromobilität im Fokus – neue Regeln für E-Scooter & Co.
Peter Schlanstein – Vorsitzender der VOD: Setzt sich mit Nachdruck für den Schutz der Schwächsten im Straßenverkehr ein und verkündete den nächsten Verkehrsexpertentag: 16.11.2026 in Duisburg
Die neue Dimension digitaler Täuschung – und wie erklärbare KI Strafverfolgungsbehörden unterstützt
Warum Deepfakes jetzt zur sicherheitsrelevanten Bedrohung werden
Digitale Desinformation hat eine neue Qualität erreicht. Mit dem rasanten Fortschritt generativer KI – längst frei verfügbar und auch für Laien nutzbar – entstehen Deepfakes heute binnen Minuten. Manipulierte Videos, verfälschte Audiospuren oder synthetische Bilder werden gezielt eingesetzt, um politische Prozesse zu sabotieren, Personen zu diskreditieren oder Schadenslagen zu fingieren.
Vor wenigen Jahren noch als technologische Kuriosität betrachtet, haben sich Deepfakes inzwischen zu einem ernstzunehmenden kriminalistischen und sicherheitspolitischen Problem entwickelt. Die Beispiele der letzten Jahre sind zahlreich und öffentlichkeitswirksam: 2022 verbreitete sich etwa ein gefälschtes Video des ukrainischen Präsidenten Selenskyj, in dem er angeblich zur Kapitulation auf ruft – ein klassischer Einsatz von Deepfakes im Kontext hybrider Kriegsführung. In sozialen Netzwerken tauchen immer häufiger synthetische Pornografien auf, die ohne Zustimmung der Betroffenen erstellt werden und vor allem Frauen und Kinder treffen. Auch Cyberkriminelle setzen auf die neue Technik: In einem bekannten Fall wurde ein Bankmanager in den Vereinigten Arabischen Emiraten mittels einer künstlich erzeugten Stimmimitation seines Vor gesetzten zur Freigabe von 35 Millionen US-Dollar bewegt. Und 2023 sorgte ein manipuliertes Bild, das eine Explosion im Umfeld des Pentagons suggerierte, für Kurseinbrüche an den Börsen - ein Beispiel dafür, wie potenziell destabilisierend visuelle Fälschungen im öffentlichen Raum wirken können. Diese Fälle zeigen, dass Deepfakes längst operative Werkzeuge in Desinformationskampagnen, Cybercrime-Operationen und geopolitischen Konflikten sind. Strafverfolgungsbehörden laufen damit zunehmend Gefahr, in Ermittlungs- oder Lagebildern mit täuschend echten Falschinformationen konfrontiert zu werden – mit unmittelbaren Auswirkungen auf Einsatzentscheidungen und Beweisführungen. …
(Quelle: CISPA)
Die Bezeichnung AR-15 wird häufig, nicht nur in Deutschland, für einen bestimmten Waffentyp verwendet, welcher dann gemeinhin mit dem äußerlichen Erscheinungsbild verknüpft ist. Die hierzulande waffenrechtlich korrekte Bezeichnung lautet recht unspektakulär „Kategorie B / Halbautomatische Büchse“, daran anschließend dann das Kaliber bzw. die Munitionsart der Schusswaffe benannt wird.
Der Begriff AR-15 bezeichnet lediglich die technische Plattform eines Gewehrs, ähnlich einer Plattform in der Automobilindustrie, es wird also die technische Basis benannt. Das Geburtsland dieser Langwaffenplatt form sind die USA. Hier wurde die Entwicklung Mitte/Ende der 1950er Jahre von Eugene Morrison Stoner, einem Ingenieur aus dem US-Bundesstaat Indiana der für die Firma ArmaLite tätig war, einer Unterfraktion der Fairchild Engine and Airplane Corporation, vor angetrieben. Seinerzeit war es jedoch im ersten Schritt die Entwicklung des kalibertechnisch größeren Bruders, des AR-10’s da in dieser frühen Phase ein Nachfolger für das damalige noch nicht allzu lange etablierte Standardgewehr der US-Streitkräfte, das M14 im Kaliber 7.62 x 51 mm NATO angestrebt war. Der Ordnung halber sei erwähnt, dass vom Firmenname ArmaLite auch das Kürzel AR abstammt, welches oftmals fälschlicherweise als Abkürzung für Assault Rifle oder Automatic Rifle herangezogen wird. Einer der Hauptründe für die Entwicklungsanstrengungen war eine Effektivitätsstudie der US-Streitkräfte über Infanteriegewehre, welche vom Ground Bal listics Research Laboratory im US-Bundesstat Maryland ins Leben gerufen wurde. Die aus dieser Studie gewonnen Erkenntnisse führten in Ihrer Konsequenz zur Neuausrichtung dahingehend, was die zukünftige Ordonanzwaffe der US-Streitkräfte leisten sollte, hin zum SCHV-Konzept was für small caliber high velocity steht. Also ein klein"er“es Kaliber mit hoher Geschossgeschwindigkeit. ...
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Oben: AR-10 im Kaliber 7.62 mm / .308 mit einer Lauflänge von 18 Zoll. Mitte: AR-15 im Kaliber 5.56 mm / .223 Rem. mit einer Lauflänge von 16 Zoll. Unten: AR-15 im Kaliber 5.56 mm / .223 Rem. mit einer Lauflänge von 14.5 Zoll (Quelle: Patric Graziadio)
(v.l.n.r.) Das am meisten verbreitete AR15 Kaliber 5.56 x 45 mm /.223 Remington. Mitte: Die Nr. 2 in der Beliebtheitsskala des AR 15, die Patrone .300 AAC-Blackout. Und rechts, der Platzhirsch beim AR10, das Kaliber 7.62 x 51 mm / .308 Win. (Quelle: Patric Graziadio)
AR-15 ANTREG ARS M4s MID PRO, mit ANTREG VLC MICRO Signaturdämpfer, MAGPUL Zweibein, Optik EOTECH HWS EXPS (Quelle: Patric Graziadio)